Die Zeit

Letzte Woche habe ich die Abonnemente für DER SPIEGEL und The Economist gekündigt. Ich finde einfach nicht die Zeit, all diese Informationen zu verarbeiten, die da allwöchentlich auf mich einprasseln. Trotzdem habe ich mich nicht eines besseren belehren lassen und DIE ZEIT abonniert. Unglaublich teuer (sogar für einen Studenten;-), deshalb nur 1/2 Jahr bestellt. Die Suche nach der perfektem Zeitschrift für mein einfaches Gemüt geht also weiter. Bisher am besten meinen Bedürfnissen entsprochen hat DAS MAGAZIN. Seit Jahren auf dem Thron, das Zepter von kalter Hand umschlossen, noch jeden Umsturzversuch im Keim erstickt, noch jeden Aufstand niedergeschlagen. Und doch schlummert in mir die Hoffnung, dass da draussen irgendwo ein besseres Magazin meiner harrt. Mag sein, dass es die Zeit ist. Unfassbar schlechtes Format, aber man soll von der Verpackung nicht auf den Inhalt schliessen. Merkt euch das fürs Leben.

Der Schotte

Immer wenn ich ihn sehe, den Schotten in seinem Kilt, am Donnerstag Abend meistens gegenüber vom Loeb, und der fremden Klänge horche, die er seinem Dudelsack (Sackpfeife) entlockt, dann werfe ich ihm einen verstohlenen Blick zu und ich denke: man müsste da hin gehen, nach Schottland, und es lernen, das Dudelsackspielen. Hinauf in die Highlands, wo ein steifer Wind dir um die Ohren pfeift, sich niederlassen auf einen hölzernen Stuhl in einer kalten Küche und den alten Meistern zuhören, die es Zeit ihres Leben gespielt haben und die alten Geschichten zu erzählen wissen. Ich mag den Klang des Instrumentes: widerspenstig, garstig, gepresst, krächzend, jammernd, gar nicht schön, geschunden und geknechtet wie die Schotten es früher waren. Doch hinter all dem Schmerz und der Demütigung schwingt eine leise Melodie: Freiheit, Brüder, Freiheit.

p.s. Braveheart 4x gesehen.
p.p.s der Dudelsackspieler ist wahrscheinlich gar kein Schotte.

Jonathan Monk

Konzeptkuenstler, portraitiert von Max Küng im Magazin, Nr 20, 2006.
Ich mag die Arbeiten von Monk, ohne genau sagen zu können warum (mit Basquiat ist es mir ähnlich ergangen). Vielleicht nur deswegen:

1969 wurde er in Leicester geboren, in den Midlands am Fluss Soar, eine Stadt, die ihm auch heute noch viel abverlangt, respektive: seine genetische Liebe zum Fussball und die Treue zum Team seiner Stadt, dem Leicester City FC, auch The Foxes genannt. Die Füchse tummeln sich zurzeit auf Platz 16 der First Division, der zweiten britischen Liga. “Wir gewannen, wir verloren, wir hofften auf ein Zeichen – und am Ende der Saison stiegen wir immer ab.” Aber: “Meine Mannschaft ist nicht sehr gut, hat kein Geld, aber gelegentlich schlägt sie die reichen Teams, deren Fans nur singen, wenn sie gewinnen. Aus diesem Grund liebe ich Fussball.”

Für eine solche Erklärung muss man ihn lieben.
A work in Progress (to be completed when the time comes) 1969--
A Work in Progress (to be completed when the time comes) 1969–

Beppo der Strassenkehrer

“Siehst du, Momo”, sagte er dann zum Beispiel, “es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Strasse vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.”

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
“Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz ausser Puste und kann nicht mehr. Und die Strasse liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.”

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
“Man darf nie an die ganze Strasse auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.”
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
“Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.”

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
“Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Strasse gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht ausser Puste.”
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
“Das ist wichtig.”

Aus dem Buch “Momo” von Michael Ende

Pain Perdu

Wir haben in unserer WG oft das Problem, viel Altbrot anzuhäufen, das wir oft monatelang in einem Papiersack auf unserem Balkon zwischenlagern, bevor wir es schliesslich ins Dählhoelzli karren, wo es den Enten verfüttert wird.
Der Ausweg: Pain perdu (zu deutsch: Fotzelschnitte), der Altbrotvernichter.

Zutaten:

2 Eier
1dl Milch
1EL Zucker
Zimt
Altes Brot

Zubereitung:

Eier mit Milch und Zucker vermengen. Ab in die Pfanne und mit dem Brot braten. Ins Teller und Zimt drueber. Fertig.

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Muskelprotz

Ich habe drei wichtige Softwarepakete auf meinen Server gehievt:

  1. WordPress
    Schreiben, quatschen, Überlegungen ausschütten
    Ich liebe diese lose Sammlung von PHP-Skripten. Sie sind der Grund, weshalb hier etwas wächst und gedeiht.
  2. Mediawiki
    Wissenstank, für strukturiertes ernsthaftes Gedankengut
  3. Gallery 2
    Bildersammlung, widerstrebt mir, bin kein Mensch der Bilder

Installation ist denkbar einfach (auch wenn mir mein Provider Hostpoint, dem ich immer noch die Treue halte, eine Shell verweigert):
Dankenbanken erstellen, source files hochladen (via FTP), Konfiguration starten und fertig.

Globalisierung

Es ist an der Zeit, sich mit dem Thema “Globalisierung” zu beschäftigen. Zu wichtig, um es den Linken kampflos zu überlassen.
Drei Bücher müssen gelesen werden:

  • Die Schatten der Globalisierung
    Joseph Stiglitz
  • Die Chancen der Globalisierung
    Joseph Stiglitz
  • Die Welt ist flach
    Thomas Friedman

Alles populärwissenschaftlich, einfach zu verstehen, genau was ich brauche. Bücher, die auf dem Nachttisch liegen dürfen (hätte ich denn einen) und die mir das Tor zu meinen Träumen öffnen. Mach dich auf die Reise, alter Junge.
p.s. Ich halte Stiglitz für einen der klügsten und weitsichtigsten Denker unserer Zeit.

Kathodenstrahl-Ozilloskop

In meiner Abwesenheit hat Didi mir ein Kathodenstrahl-Oszilloskop der Manufaktur Tektronix beschafft (einen T912, ein gewaltiges Monster, danke schön!), das meinen Elektronikhorizont unendlich erweitern wird. Erworben anlässlich der Keymile-Messgeräteparkreduktion. Jetzt brauche ich nur noch eine geeignete Sonde und los gehts. Die Jungs haben sich schon mächtig über mich lustig gemacht, weil ich mit dem Teufelsgerät nicht umgehen kann, aber abwarten und Tee trinken.