Ode an Chrigu

Das Training für die die Rückrunde hat begonnen und wir haben einen namhaften Neuzuzug zu vermelden: Chrigu Freiburghaus, Mozart des Fussballs. Wenn man die Ehre hat, mit ihm spielen zu dürfen, dann geschieht etwas, was man sonst nur selten erlebt in den seichten Gewässern des 4. Liga Fussballs: man spielt ihm den Ball, bewegt sich in die Tiefe des Raums und der Ball landet wie durch Zauberhand geführt wieder in deinen Füssen. Von diesem Schock muss man sich zuerst mal erholen. Es dauert mitunter Wochen, um sich an solch paradiesisch anmutende Spielsituationen zu gewöhnen. Chrigu vereint Eleganz und Übersicht, Kaltblütigkeit und Spielintelligenz, er hat das Auge eines Chirurgen und seine Pässe haben die Präzision eines Laserstrahls. Ganz zu schweigen von seiner legendären Schönheit. Und so verneige ich mich tief vor unserem neuen Mitspieler Chrigu, der uns aus den Tiefen der Tabelle an die Spitze führen wird.
Nächste Saison dann rocken wir die Liga (oder: Hauptsache, Subingen besiegt).

Barack Obama: Die Hoffnung

Ich möchte sagen können, dass ich glaube, dass er gewinnen wird und dereinst ins Weisse Haus einzieht. Allein, ich glaube es nicht.
Anlässlich der Democratic National Convention 2004 hielt er eine rhetorisch brillante Rede und stellte den sich stets behäbig gebärenden John Kerry in den Schatten.

Part 1

Part 2

Der alte Meister allerdings bleibt unerreicht (bis in alle Ewigkeit).

Jean-Michel Basquiat

Der vorletzte Samstag, das Jahr war noch jung, sollte ein wichtiger Tag in meinem Leben werden, denn ich wollte meinen ersten Basquiat sehen. Natürlich begleitet von Laure, für den Fall, dass ich vor dem Bild zusammenbreche. Ich weiss bis heute nicht, warum ich Basquiats Geschmiere mag, aber er ist mir noch immer der Liebste unter den Künstlern (dicht gefolgt von Picasso, Hundertwasser, Rauschenberg, Tinguely). Seine Bilder sind wild und naiv, elektrisierend, verstörend, tief, berührend irgendwie. Es ist schwer in Worten auszudrücken, aber wenn ich Geld hätte, dann würde ich mir die ganze Hütte mit Basquiats vollhängen, so viel ist sicher (wie Lars Ulrich von Metallica). Nun, wir gingen also nach München, denn die haben in der ständigen Sammlung gleich vier Basquiats zu bestaunen. Im Kunsthaus war auch eine Ausstellung dieses amerikanischen Gegenwartsbastlers mit dem schönen Namen Dan Flavin und er hat so viel Gegenwart in Anspruch genommen, dass sie meine geliebten Basquiats doch glatt ins Depot verschoben haben. Wir standen völlig entgeistert vor der Theke, Augen weit aufgerissen, Kinnlade unten, Unverständnis im Gesicht. Flavin für Basquiat, das muss man sich mal vorstellen. Reich das Land, das solche Tauschgeschäfte veranlassen kann. Das religiöse Erlebnis der Ersterblickung ist somit auf unbestimmte Zeit vertagt. Never mind.

Domaine de Roquenegade

Ich habe von Gilles sechs Flaschen Domaine de Roquenegade erstanden. Ein reiner Cabernet, schwer wie das Leben. Du musst wissen: Der edle Bordeaux besteht aus den beiden Trauben Cabernet und Merlot. Der Cabernet gibt dem Wein die Struktur, der Merlot den Körper. Ein Domaine de Roquenegade ist demzufolge nur Struktur. Die Flasche muss geöffnet werden und dann musst du den Wein atmen lassen, damit er zu sich findet und seine geheime Kraft entfaltet. Stunden später, früh am morgen zumeist, wirst du die Wahrheit in der Tiefe des Glases finden.

Die Zeit

Letzte Woche habe ich die Abonnemente für DER SPIEGEL und The Economist gekündigt. Ich finde einfach nicht die Zeit, all diese Informationen zu verarbeiten, die da allwöchentlich auf mich einprasseln. Trotzdem habe ich mich nicht eines besseren belehren lassen und DIE ZEIT abonniert. Unglaublich teuer (sogar für einen Studenten;-), deshalb nur 1/2 Jahr bestellt. Die Suche nach der perfektem Zeitschrift für mein einfaches Gemüt geht also weiter. Bisher am besten meinen Bedürfnissen entsprochen hat DAS MAGAZIN. Seit Jahren auf dem Thron, das Zepter von kalter Hand umschlossen, noch jeden Umsturzversuch im Keim erstickt, noch jeden Aufstand niedergeschlagen. Und doch schlummert in mir die Hoffnung, dass da draussen irgendwo ein besseres Magazin meiner harrt. Mag sein, dass es die Zeit ist. Unfassbar schlechtes Format, aber man soll von der Verpackung nicht auf den Inhalt schliessen. Merkt euch das fürs Leben.

Der Schotte

Immer wenn ich ihn sehe, den Schotten in seinem Kilt, am Donnerstag Abend meistens gegenüber vom Loeb, und der fremden Klänge horche, die er seinem Dudelsack (Sackpfeife) entlockt, dann werfe ich ihm einen verstohlenen Blick zu und ich denke: man müsste da hin gehen, nach Schottland, und es lernen, das Dudelsackspielen. Hinauf in die Highlands, wo ein steifer Wind dir um die Ohren pfeift, sich niederlassen auf einen hölzernen Stuhl in einer kalten Küche und den alten Meistern zuhören, die es Zeit ihres Leben gespielt haben und die alten Geschichten zu erzählen wissen. Ich mag den Klang des Instrumentes: widerspenstig, garstig, gepresst, krächzend, jammernd, gar nicht schön, geschunden und geknechtet wie die Schotten es früher waren. Doch hinter all dem Schmerz und der Demütigung schwingt eine leise Melodie: Freiheit, Brüder, Freiheit.

p.s. Braveheart 4x gesehen.
p.p.s der Dudelsackspieler ist wahrscheinlich gar kein Schotte.

Jonathan Monk

Konzeptkuenstler, portraitiert von Max Küng im Magazin, Nr 20, 2006.
Ich mag die Arbeiten von Monk, ohne genau sagen zu können warum (mit Basquiat ist es mir ähnlich ergangen). Vielleicht nur deswegen:

1969 wurde er in Leicester geboren, in den Midlands am Fluss Soar, eine Stadt, die ihm auch heute noch viel abverlangt, respektive: seine genetische Liebe zum Fussball und die Treue zum Team seiner Stadt, dem Leicester City FC, auch The Foxes genannt. Die Füchse tummeln sich zurzeit auf Platz 16 der First Division, der zweiten britischen Liga. “Wir gewannen, wir verloren, wir hofften auf ein Zeichen – und am Ende der Saison stiegen wir immer ab.” Aber: “Meine Mannschaft ist nicht sehr gut, hat kein Geld, aber gelegentlich schlägt sie die reichen Teams, deren Fans nur singen, wenn sie gewinnen. Aus diesem Grund liebe ich Fussball.”

Für eine solche Erklärung muss man ihn lieben.
A work in Progress (to be completed when the time comes) 1969--
A Work in Progress (to be completed when the time comes) 1969–

Beppo der Strassenkehrer

“Siehst du, Momo”, sagte er dann zum Beispiel, “es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Strasse vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.”

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
“Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz ausser Puste und kann nicht mehr. Und die Strasse liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.”

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
“Man darf nie an die ganze Strasse auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.”
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
“Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.”

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
“Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Strasse gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht ausser Puste.”
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
“Das ist wichtig.”

Aus dem Buch “Momo” von Michael Ende

Pain Perdu

Wir haben in unserer WG oft das Problem, viel Altbrot anzuhäufen, das wir oft monatelang in einem Papiersack auf unserem Balkon zwischenlagern, bevor wir es schliesslich ins Dählhoelzli karren, wo es den Enten verfüttert wird.
Der Ausweg: Pain perdu (zu deutsch: Fotzelschnitte), der Altbrotvernichter.

Zutaten:

2 Eier
1dl Milch
1EL Zucker
Zimt
Altes Brot

Zubereitung:

Eier mit Milch und Zucker vermengen. Ab in die Pfanne und mit dem Brot braten. Ins Teller und Zimt drueber. Fertig.

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