Ferien: So long, and thanks for all the fish

Drei wunderbare Wochen in Frankreich gehen zu Ende. Heute Abend haben wir die letzte Flasche Champagner anlässlich des letzten Aperos entkorkt. Ein wenig traurig blickten wir in unsere Gläser, aber hey, Kopf hoch, wir werden zurückkehren und weitere Champagner der Manufaktur M. Hostomme durch unsere Kehlen fliessen lassen. Am Montag werde ich mich völlig entspannt an meinen Arbeitsplatz begeben und für den telekommunikativen Fortschritt in der Welt kämpfen.
Wie soll man diese Ferien in wenigen Worten zusammenfassen? Am besten brachte es ein T-Shirt auf den Punkt, das sich über den beachtlichen Bauch eines Touristen spannte: La vie est simple. Manger. Dormir. Boire du vin. Oder eben Champagner.

Ferien: Am Strand

Heute haben wir uns erstmals zum Strand begeben, nachdem das Wetter sich in den letzten Tagen gehörig verbessert hat und das Meer sich erwärmte. Am Strand bin ich immer froh, dass niemand mich kennt, denn inmitten der braungebrannten Franzosen fühle ich mich stets ein wenig deplatziert. Bei mir keine Anzeichen von Bräunung feststellbar, Weissbrot Hilfsausdruck. Aber was solls, da muss man durch. Zum Glück gibt es immer eine Handvoll Briten, die ähnliche Voraussetzungen mit an den Strand bringen.
Das Meer, es war salzig und wild. Eine Woge nach der anderen zerbarst an der Brandung und ich mittendrin in den Wellen. Herrlich. Da kann man sie förmlich fühlen, die Kraft der Natur.
Leider wurde es relativ rasch langweilig am Strand, weshalb wir nicht allzu lange geblieben sind. Aber wir kommen wieder, bestimmt.

Ferien: Interdit, attention, non

Leben in Frankreich, das bedeutet nicht nur Spass, Glück und Champagener. Natürlich nicht. Laures Neffe Raphael ist 15 Monate alt und beginnt zu sprechen. Seine ersten drei Worte waren (kein Scherz) interdit, attention und non. Da siehst du mal. Besonders dem Wort interdit ist er geradezu verfallen, immer wieder schleuderte er es uns entgegen. Natürlich ist er sich dessen Bedeutung nicht bewusst. Er mag lediglich den lieblichen Klang, die Einträchtigkeit, mit der die drei Silben nebeneinander stehen, aber trotzdem ein wenig irritierend, immerzu dieses Wort aus dem Munde eines Kleinkindes zu hören. Interdit, interdit, interdit.
Laures Eltern haben versucht, ihm eine Gegenformel einzuimpfen: tout permis. Hat leider nicht geklappt, er ist noch immer völlig vernarrt in interdit. Welch ein Start ins Leben.

Ferien: Sprachkompetenz

Ich bin ständig darum bemüht, mein Fränzösisch zu verbessern. Unter anderem habe ich versucht, französisches Fernsehen zu schauen, mit meinen welschen Kollegen konsequent in ihrer Muttersprache zu sprechen und französische Bücher zu lesen. Die Erfolge blieben überschaubar, aber ich denke, dass ich mich über die Jahre hinweg verbessert habe. Mit den Büchern allerdings hat es nie so recht geklappt. Ich habe es versucht mit Comics (Gaston), Kriminalromanen (Arsène Lupin), neuer Literatur (Zazie dans le métro) und Klassikern (Georges Perec), aber zumeist scheiterte ich kläglich, weil ich in Bern in meinem Sessel sass und andere Aktivitäten attraktiver erschienen. Also habe ich die Bücher schnell wieder aus der Hand gelegt. Der Wille zur Verbesserung stellt sich immer während den Ferien in Frankreich ein, wenn ich mich nicht klar ausdrücken kann, wenn die Sätze sich nur widerspenstig zusammenfügen lassen, wenn mich die Gastgeber ansehen mit grossen Augen, die sagen: Qu’est-ce que tu veux me dire, mon pauvre petit Suisse?
Vorgestern nun habe ich in einer Buchhandlung in Draguignan endlich das perfekte Buch gefunden: Le Petit Nicolas. Für Kinder ab neun Jahren. Sensationell. Nie las ich ein französisches Buch schneller und problemloser als dieses. Ich versuchs als nächstes mit französischen Computer-Magazinen. Motivation kann auch der Neugierde entspringen. Dies gilt es auszunutzen.

Ferien: Kaufrausch

Jetzt pass auf: wenn du in den Ferien mit deiner Freundin in die Stadt gehst, vergiss nicht, ein Buch einzustecken, denn du könntest dich bald schon in Bekleidungsgeschäften wiederfinden, obwohl du glaubtest, dass ihr wichtige Güter einkaufen wolltet, und dann Bruder, dann kann es grausam langwierig werden und du wirst glücklich sein mit einem Buch in der Hosentasche.
In Anbetracht dessen bin ich froh, dass ich seit kurzem im Besitz einer Hose der Marke Carhartt bin, Modell Strassenkampf, mit geradezu riesigen Seitentaschen. Darin kann man sogar gebundene Bücher mühelos transportieren. Allerdings sind auch dieser grossartigen Hose Grenzen gesetzt. David Foster Wallaces Jahrhundertwerk Unendlicher Spass war schlicht zu schwer, um es mitschleppen zu können. Ansonsten aber ganz grosse Klasse, die Carhartt-Hose.

Ferien: Gutes Wetter, oleole

Siehst du, kaum schreibt man darüber, schon hat der Wettergott ein Einsehen. Heute sonniger Tag bei erträglichen 26 Grad. Was mich umgehend dazu veranlasste, mit Laure joggen zu gehen. Ich beliess es (im Gegensatz zu ihr) aber nicht bei einer 5km Runde (gefühlt), sondern lief deren vier. Hoch und runter die Weinberge, eine wahre Freude, allerdings war ich danach am Ende meiner Kräfte, frage nicht.
Unterdessen bin ich zum 1. Champagnerflaschenöffner aufgestiegen. Vorübergehend. Auch schön.
Leider soll es in den nächsten zwei Tagen wieder schlechter werden. Macht aber nichts. Champagnerflaschen werden trotzdem geöffnet.

Ferien: So weit, so gut

Seit zwei Wochen in den Ferien mit Laure. Die Stationen: Paris – Reims – Tübingen – La Motte. Unterdessen sind wir in La Motte (Südfrankreich) angekommen und werden noch zehn Tage hier bleiben. Konkrete Pläne haben wir keine, wir gedenken auszuspannen.
Seit zwei Tagen sind wir nun in La Motte und seit zwei Tagen regnet es. Dies ist umso erstaunlicher, da es in hier meistens nicht regnet. Was allerdings nicht unbedingt schlecht ist, dann würde es nicht regnen, könnte es sehr viel heisser sein (> 30 Grad). Lieber Regen als hohe Temperaturen, da kenne ich nichts.
Aber interssant: am Montag besuchten wir drei Länder: in Tübingen erwacht, nach Zürich gefahren, nach Nizza geflogen.
Deutschland, Schweiz, Frankreich. Das soll uns mal einer nachmachen.
Auf dem Flug nach Nizza waren sie dann alle im Flugzeug versammelt: die Alt-CEOs mit ihren aufgetakelten Weibern. Jedes Klischee wurde bedient, ich hätte kotzen können. Mein Koffer war in Nizza aus unerfindlichen Gründen demoliert: das eine Rad war abgerissen, was den Transport des Koffers doch erheblich erschwerte.
Heute spazierten wir durch das verregnete St. Raphael und unverhofft kam uns Ralph Krueger mitsamt Frau entgegen. Genau, der Schweiz Eishockey-Nationaltrainer. Ich habe darauf verzichtet, ihn anzuquatschen, warum sollte ich auch.
Wir hoffen auf besseres (aber nicht zu heisses) Wetter, damit wir mal im Meer schwimmen können. Ansonsten alles wunderbar.

Haare schneiden mit der Klinge

Eher zufällig stiess ich auf Katja, denn ich suchte einen Coiffeur in Bern. Nachdem mir drei Generationen der Subinger Coiffeur-Dynastie Querciagrossa zeit meines Lebens die Haare gestutzt hatten, entschloss ich mich schweren Herzens, an meinem derzeitigen Arbeits- und Wohnort Bern einen Haarschneider zu suchen, denn die seltenen Coiffeurtermine liessen sich schlecht mit den seltenen Aufenthalte in Subingen koordinieren. Nun, ich fragte Thomas Reufer, der über einen anständigen Haarschnitt verfügt, wo ich mich zu melden habe und er empfahl mir ohne zu zögern den Salon S.O.S. Sisters of Scissors im schönen Lorraine-Quartier. Ich sollte anrufen und nach Jane fragen. Also rief ich an und fragte nach Jane, doch Jane hatte sich unterdessen selbständig gemacht, also erklärte ich mich bereit, mir von Katja mit dem sympathischen Walliser Akzent die Haare schneiden zu lassen. Zu meiner Überraschung benutzte sie hierzu weder Schere noch elektronischen Haarschneider, sondern eine simple Rasierklinge. Quasi stufenloser Schnitt. Das Ergebnis war beeindruckend, Weltklasse Hilfsausdruck. Katja geniesst seither mein volles Vertrauen. Doch irgendwann werde ich zu Querciagrossa zurückkehren. Der alten Zeiten willen. Aber jetzt noch nicht.

Missing Tagi-Magi

Das erste Mal seit langer Zeit konnte ich eine Ausgabe des Tagi-Magi nicht meiner umfangreichen Sammlung einverleiben, denn: ich habe die Samstagsausgabe des Tagi abonniert, aber letzten Samstag feierten wir den 1.August, also war das Magazin bereits am Freitag im Tagi, doch oje, die Freitagsausgabe wurde nicht ausgeliefert, denn ich habe ein Samstags-Abo und kein Tagi-Magi-Abo.
Natürlich habe ich die Komplettausgabe sogleich im Internet gelesen, doch als Tagi-Magi-Sammler stört es mich ungemein, dass da eine Lücke klafft. Da ich diverse Ausgaben doppelt habe, wäre ich bereit zu tauschen im Verhältnis von bis zu 1:3.

Der Jugend Musikgeschmack

Ich war erstaunt. Bekanntlich spiele ich Fussball beim HSV Halten auf bescheidenem Niveau, zusammen mit vielen Heranwachsenden aus der Umgebung, die meisten ausgesprochen jung, keine 18 Jahre alt. Nach meiner Einschätzung musikalisch überwiegend im Bereich des Hip-Hop angesiedelt. Dachte ich zumindest. Bis Pascal, der Mann mit der Baseballmütze, verlauten liess, dass er bedauerlicherweise nicht auf dem Gurten sein kann, weil er in den Ferien weilt. Nun glaubte ich zunächst, dass sich sein Bedauern auf den Hip-Hop-Freitag bezieht, aber weit gefehlt: die Gitarrenmusik am Samstag hätte ihm sehr zugesprochen (explizit erwähnte er die Band Razorlight). Ich nickte anerkennend. Gestern dann sprach ich mit Nils, der sich ein Ticket für den Gurten-Samstag gekauft hat, genau wie ich, weil ihm die Bands Oasis und Razorlight zusprechen, genau wie mir.
Ist schon erstaunlich. Obwohl sie blutjung sind, verfügt die Generation iPod über ein unglaublich breites musikalisches Spektrum und eine Toleranz, wie ich sie nie aufbringen werde. Da ist nichts mit Rapper oder Heavy, Punk oder Hip-Hop, da geht alles zusammen. Wohingegen ich ausgesprochen eingleisig unterwegs bin: Stromgitarrenmusik, das bisschen Jazz soll hier nicht unerwähnt bleiben, aber trotzdem, viel ist das nicht.