BitLen

May 11th, 2012

Bei Len Sassamans Tod im Juli letzten Jahres habe ich etwas über Twitter gelernt. Darüber wird zu berichten sein. Vielleicht vergesse ich es. Aber wenn nicht, dann!
Bild oben: Dan Kaminsky hat seinen Freund in der Bitcoin block chain verewigt. Dort bleibt er jetzt und zwar für immer.

RIP Len.

Rudi, ohne dich ist alles nichts

April 3rd, 2012

Rudi Assauer, legendärer Manager des Fussballclubs Schalke 04, leidet an Alzheimer. Alle wissen es unterdessen, Assauer selber hat seine Krankheit in den Mediendschungel getragen, wo die Nachricht begierig aufgenommen, tausendfach reproduziert und kommentiert wurde.

Im Magazin der Zeit erschien unlängst eine wunderbare Hommage an Assauer, der bekannt war für seine markigen Sprüche und sein machohaftes Gehabe. Einige Anektoten:

  • Er brüllte seine Sekretärin so lange an, bis sie zurückbrüllte. Danach wollte er keine andere mehr. Sie kümmert sich noch heute um ihn.
  • Er war zwei Mal verheiratet, hatte Beziehungen mit Frauen, die viel jünger waren als er und die er drall nannte. Egal wie die Beziehung endete, er sagte danach immer: die Alte war in Ordnung.
  • Im Mai 2001 war er mit Schalke für 4 Minuten und 38 Sekunden Deutscher Meister, bevor Patrik Andersson in der Nachspielzeit den Traum zerstörte und dem FC Bayern München die xte Meisterschaft bescherte. An diesem Nachmittag weinte Rudi Assauer zum ersten Mal in einem Fussballstadion. Trauer konnte er nicht ertragen, deshalb wandelte er sie in Wut um. Er rannte im Stadion umher, ballte die Faust, gestikulierte, schleuderte den Schalke-Anhängern entgegen: Ihr könnt stolz auf eure Mannschaft sein.
  • Dann wieder solche Sätze: Das Wort “mental” gab es zu meiner Zeit als Spieler gar nicht, nur eine Zahnpasta, die so ähnlich hiess. Oder der: Du siehst die Scheisse immer erst, wenn der Schnee geschmolzen ist.
  • Auf Versammlungen wies er aggressive Fans mit den Worten Du bist ein Arschloch zurecht.

Er war all das, was heutige Fussball-Manager nicht sind: aufbrausend, leidenschaftlich, unverwechselbar, geradlinig, authentisch. Und weil sie solche Menschen lieben im Ruhrpott, haben die Fans ein Plakat gemalt und hochgehalten bei jedem Spiel: Rudi, ohne dich ist alles nichts.

OK Go

April 1st, 2012

Ab und zu schickt mir meine Schwester Tina Links zu YouTube Videos. Meistens handelt es sich Aufnahmen unbekannter Bands oder Musik- bzw. Politik-Botschaften von U2-Bono (der alten Zeiten willen). Immer ganz unterhaltsam.

Und dann das hier.

Dazu möchte ich nur folgendes sagen: Hut ab. Hat bestimmt lange gedauert, um das aufzubauen.

Alexander Supertramp

April 1st, 2012

Wie ich bereits mehrfach erwähnt habe, hat der Film Into the Wild bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich glaube, dass Chris McCandless (aka Alexander Supertrump) in seinem kurzen Leben etwas gefunden hat, was andere jahrzehntelang vergeblich suchen, nämlich Antworten auf grundsätzliche Fragen. Und Glück.

Dies soll seine letzte Botschaft gewesen sein:

Scott Berkun

March 19th, 2012

Über den Blog eines Mannes namens Scott Berkun gestolpert: Besteller-Autor, Innovations-Papst und Verfasser cleverer Essays. Um sich zu charakterisieren, hat er den Proust-Fragebogen ausgefüllt und einige bemerkenswerte Antworten geliefert. Auszüge:

What is your idea of perfect happiness?
An evening spent drunk as a loon, looking up at stars, sitting by a bonfire, laughing with friends.

What is your most treasured possession?
My mind. I dont care much for material things. Besides, you never have to worry about someone breaking into your mansion and stealing your mind, you know? It’s the only thing than will always be only yours.

Who is your favorite hero of fiction?
How can you top Don Quixote? There’s no way.

How would you like to die?
Drunk as a loon, looking up at stars, sitting by a bonfire, laughing with friends.

What is your motto?
Be amazed by everything.

Pressebilder des Jahres 2011

February 10th, 2012

Eine Auswahl der preisgekrönten Bilder. Beeindruckend und beklemmend zugleich.

Drauf klicken, um zu vergrössern.

Pressebild des Jahres 2011: Die Aufnahme aus dem Jemen machte der Spanier Samuel Aranda

 

Drogenabhängige Prostituierte in der Ukraine: Brent Stirton bekommt den ersten Preis in der Kategorie Contemporary Issues Singles.

 

Kim Il Sung an einer nordkoreanischen Hauswand: Damir Sagolj wurde in der Kategorie Daily Life Singles prämiert.

 

Rugbymatch Old Belvedere gegen Blackrock: Zweiter Preis für Ray McManus in der Kategorie Sports Singles

 

Die Schauspielerin Mellica Mehraban: Laerke Posselt bekommt den ersten Preis in Portraits Singles.

Quelle: Spiegel Online

Mein Nokia-Handy

February 7th, 2012

Ihr lacht, aber ist Fakt.

Hayek und die Banken

February 7th, 2012

Aus einem Gespräch Nick Hayeks mit dem Tagesanzeiger (07.02.2012):

Swatch kann sich 2800 neue Jobs leisten und dennoch sinkt der Börsenwert um mehr als vier Prozent. Was läuft schief?
Hätten wir angekündigt, 3000 Mitarbeiter zu entlassen, dann wäre der Börsenkurs wohl nach oben gegangen. Wir arbeiten aber nicht für die Börse.

Hut ab, so muss es sein. Ich finde Hayek grossartig. Ein Unternehmer  mit Weitblick, gibt es selten heutzutage.

Ist schon irgendwie pervers, diese Marktmechanismen. Obwohl technisch nachvollziehbar, ist es doch Wahnsinn, dass nicht der Aufbau, sondern der Abbau von Stellen die Börse erfreut. Erwartungen von Analysten, dass ich nicht lache. Oder vielleicht doch: Haha.

Offline

January 31st, 2012

Lange habe ich geschwiegen, denn das Internet, es stand nicht zur Verfügung.

Sollte im Februar wieder besser werden.

Economist Obituary

January 14th, 2012

Wenn ich den Economist lese, dann beginne ich meistens mit dem Nachruf auf den letzten Seiten. So auch gestern, als ich eine November-Ausgabe aufschlug, die mir Thom dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat. Die Ernüchterung und Erschütterung war gross, als ich feststellen musste, dass von mir unbemerkt zwei grosse der Computerwissenschaft die Bühne still und leise verlassen hatten: Dennis Ritchie und John McCarthy starben am 8. bzw. 24.Oktober 2011. Beides Mathematiker (natürlich), beides Koryphäen auf ihrem Gebiet. Ritchie hat die Programmiersprache C erfunden (für Hacker), McCarthy die Sprache LISP (für Über-Hacker). Ritchie hat mit C das grossartige Betriebssystem UNIX geschrieben, McCarthy wollte mit LISP einen intelligenten Computer bauen (Stichwort: artificial intelligence). LISP ist unglaublich elegant und mächtig, C ist unglaublich praktisch (in den Händen von jemandem, der weiss, was er tut).
Ritchie und McCarthy werden uns fehlen.
Interessant: am heutigen Tag (14.Januar 2012) hält eine andere Legende der Informatik einen Vortrag im Audimax der ETH Zürich: Donald Knuth. Sein Beitrag trägt den Titel: All Questions Answered.
Geht hin, wenn ihr Zeit habt.

Auch wieder so ein schöner Satz aus einem Economist-Nachruf (auf Dan Warren und Fred Shuttlesworth):
[... in 1963 police fire-hoses smashed him against a wall.] Again, God said: “Not yet.”