February 8th, 2010
Ein Zitat von Frank Zappa:
remember, information is not knowledge,
knowledge is not wisdom
wisdom is not truth
truth is not beauty
beauty is not love
love is not music
music is the best
Der Musik-Teil ist Quatsch, aber hey, es ist Frank Zappa, was hast du erwartet. Was den ganzen Rest angeht, da muss ich sagen, hat er nicht unrecht, der Frank.
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January 31st, 2010
Am Tag, als die Firma Microsoft ihr neues Betriebssystem Windows 7 veröffentlichte, wurde ich 30 Jahre alt. Welch eine Ironie. Einen solchen Spass kann sich nur das Leben erlauben.
Jedenfalls ein wunderbarer Tag, Leute haben gratuliert, Geschenke habe ich auch bekommen, was willst du mehr. Liegt bereits wieder einige Monate zurück, tief um Jahr 2009, aber ich wollte es jetzt doch noch mal offiziell erwähnt haben.
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January 31st, 2010
Es war bitterkalt am letzten Samstag, als ich mich mit Laure und Holger guten Mutes auf den Weg machte nach Mainz, Stadion am Bruchweg, wo wir die Roten (=Hannover 96) nach verpatzem Rückrundenstart siegen sehen wollten. Spiel eins nach der Entlassung von Trainer Bergmann. Mirko Slomka soll der verunsicherten Mannschaft nun neues Leben einhauchen. Nach dem tragischen Tod Robert Enkes lief nicht mehr viel zusammen bei den Roten, sieben Spiele ohne Sieg, auf Platz 16 abgerutscht, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den dritteplatzierten Zweitligisten berechtigen würde. Gilt es zu vermeiden, weil Zitterpartie. Immerhin haben uns die Roten noch bei jedem Auswärtsspiel, das wir besucht haben, mit mindestens einem Punkt beschenkt: 1:2 Auswärtssieg in Stuttgart und 2:2 in Hoffenheim.
Das Stadion am Bruchweg ist nicht gerade eben ein Schmuckstück, eher Zweckbau, bisschen hingebastelt, aber gemütlich, liegt mitten in der Stadt, ungefähr 22000 Fans passen rein, deren 20000 waren an jenem Nachmittag im Stadion, darunter wir und einige hundert Hannoveraner. Vor dem Anpfiff noch kurz zum Bahnhof spaziert, um Holgers Gepäck in ein Schliessfach zu sperren, damit er nach Spielschluss leichtfüssig den Zug in den Norden erreicht.
Wir entschieden uns für Stehplätze, was eine gute Sache ist, denn damit befanden wir uns inmitten der Schreihälse und Mitgröler, wo das Leben und die Leidenschaft tobt. Das Problem im Stehplatzsektor sind nicht die angetrunkenen, ewig unzufriedenen Fans, die ihren Unmut in kurz knappe Sätze packen und auf das Spielfeld schleudern, sondern die Anhänger, die in der ersten Reihe ihre riesigen Fahnen schwenken und damit allen übrigen Zuschauern die Sicht nehmen. Wodurch wir prompt den ersten Angriff der Mainzer verpassten, der auch gleich in ein Gegentor mündete. Stimmung im Gäste-Sektor danach kurz auf dem Tiefpunkt, also rückte Holger aus, um Bier zu besorgen. Die Situation auf dem Spielfeld stabilierte sich ein wenig, die Roten steigerten sich minimal, ohne sich allerdings zwingende Torchancen zu erarbeiten. Auch vom grossen Jiri Stajner war nicht viel zu sehen, bekam keine Bälle.
Zur Pause nochmals Bier holen, aber man konnte so viel Bier trinken wie man wollte, das Spiel verharrte auf tiefem Niveau: Die Mainzer machten hinten dicht und die Roten fanden kein Mittel, das Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Und so geschah auch die gesamte zweite Halbzeit über genau nichts. Die Mainzer gewannen dank ihres frühen Treffers mit 1:0 und die Roten erspielten sich während der gesamten 90 Minuten nicht eine einzige Torchance.
Die H96-Anhänger waren nach dem Schlusspfiff entsprechend verärgert und erzürnt, sie schrien “Wir haben die Schnauze voll” und sonst noch so einiges, das hier nicht niedergeschrieben werden soll. Die Spieler entschwanden rasch in die Katakomben. Wir verliessen den Mainzer Bruchweg enttäuscht und durchfroren. Sieht momentan besorgniserregend aus. Wenn das so weiter geht, dann oleole 2. Liga.
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January 31st, 2010
Wenn der grosse Roger Federer am Sonntag Morgen in Australien einen Grand Slam Final bestreitet, dann ist der Tag gerettet. Es ist immer wieder erstaunlich, auf welch hohem Niveau der Meister seine Gegenspieler demontiert. Und sie sind ja nicht schlecht, auch Murray war es heute nicht. Aber trotzdem nicht den Hauch einer Chance.
Eines allerdings darfst du nicht vergessen: 2-3 gute Jahre bleiben, danach werden so schnell keine Schweizer Tennisspieler mehr ein Grand Slam Turnier gewinnen. Also darf man sich keine Federer Show entgehen lassen, so lange der Magier noch aufspielt.
Wir werden auf diese Jahre zurückblicken und sagen: Das war eine grosse Zeit. Ich sass vor dem Fernseher und habe mitgefiebert. Und auch der 16. Grand Slam Titel war genau so schön wie die 15 zuvor.
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January 23rd, 2010
In diesem Jahr will ich einige der grossen zeitgenössischen Romane lesen (z.B. 2666, Unendlicher Spass, Brüder, Die Wohlgesinnten, Der Turm). Begonnen habe ich mit 2666 von Roberto Bolano.
Auf Seit 283 habe ich den Grund gefunden, warum ich dies tue:
Nicht einmal die belesenen Apotheker wagen sich mehr an die grossen, die unvollkommenen, die überschäumenden Werke, die Schneisen ins Unbekannte schlagen. Sie geben den perfekten Fingerübungen der grossen Meister den Vorzug. Anders gesagt: Sie wollen die grossen Meister bei eleganten Fechtübungen beobachten, aber nichts wissen von den wahren Kämpfen, in denen die grossen Meister gegen jenes Etwas kämpfen, das uns allen Angst einjagt, jenes Etwas, das gefährlich die Hörner senkt, und es gibt Blutvergiessen, tödliche Wunden und Gestank.
Die Schneisen ins Unbekannte schlagen. So ist es. Da muss man als Leser hin. Nicht immer bloss Martin Suter und Wolf Haas (obwohl natürlich Spitzenautoren), wos lustig und spannend ist, sondern auch mal dort hin wos weh tut, wo die Lunge brennt und die Augen tränen.
Kafka hat es so ausgedrückt:
Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
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January 17th, 2010
General Stanley McChrystal zur Strategie in Afghanistan (im SPIEGEL 2/10):
Vor allem mit zwei Dingen lässt sich der Terrorismus besiegen: Rechtsstaatlichkeit und Hoffnung für die Menschen. Terrorismus bekämpft man nicht mit Militäreinsätzen, sondern indem man die Grundvoraussetzungen für Entwicklung im Land schafft.
Gut gesprochen, Stan.
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December 31st, 2009

Ich, nachdenklich, Glühweintasse in der Hand, betrachte die lodernde Finnenkerze.
Foto powered by Tina
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December 31st, 2009
Ich gehe jetzt in die Küche, stelle einen Champagner der Marke M.Hostomme in den Kühlschrank, begebe mich nach draussen in den Hinterhof, wo wir eine Finnenkerze entzünden werden. Dann setze ich mich auf einen Gartenstuhl, trinke Glühwein und schaue dem Baumstamm zu, wie er niederbrennt. Um Mitternacht wird der Champagner entkorkt und das neue Jahr begrüsst.
So wird es sein.
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December 31st, 2009
Wieder mal ein Buch gelesen und (welch Überraschung!) schon wieder einen Martin-Suter-Roman. Entwickelt die gewohnte Sogwirkung, aber trotzdem ist es eines der schwächeren Werke des Präzisionsschreibers. Diesmal fehlte ein wenig das Geheimnis, das die Handlung üblicherweise vorantreibt. Generell zu durchsichtig, nicht so vielschichtig, verworren und verstörend wie in anderen Suter-Romane, aber natürlich nie langweilig. Langweilig schreiben, das kann er nicht, der Suter, und das ist natürlich höchst löblich.
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December 31st, 2009
Lediglich zwei Beiträge im Dezember, ein magerer Monat. Und dies, obwohl Wichtiges geschehen ist, das ich mehrheitlich schon wieder vergessen habe. Beispielsweise wurde ich am 8. Dezember ehrenhaft aus der Armee entlassen, mit Händedruck eines Oberstleutnant und alles. Die Abgabe in Bern war ausgezeichnet organisiert: Krempel in ein Migros-Wägeli packen und dann von Container zu Container, wo hilfsbereite Soldaten nach und nach alle Gegenstände entsorgt haben. In weniger als 15 Minuten war der Spuk vorbei und in mein Dienstbüchlein wurde folgender Satz gestempelt:
Unter bester Verdankung der geleisteten Dienste aus der Militärdienstpflicht entlassen.
Das muss man sich mal auf der Zuge zergehen lassen.
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