Die Auserwählten

Elmar Ledergerber im Magazin (Nr 33/2007, Bekenntnisse):

Was ich mag:
Wenn Zürich immer wieder zur Stadt mit der höchsten Lebensqualität gewählt wird. Dass das Verwaltungsgericht endlich den Weg frei macht für das neue Hardturmstadion.

Danke, Elmar. Beinahe begann ich zu weinen ob so viel Klugheit. Ich war erstaunt, dass in der Was ich nicht mag Rubrik nirgends auftauchte: Dass das Globus-Provisiorium immer noch steht.
Dr. Laure erforscht in einer vergleichenden Studie die reformierten Züricher und Waadtländer Pfarrer in der Helvetik (1798-1803) und sie hat in den Archiven Überraschendes zu Tage gefördert: Die Züricher hielten sich bereits vor 200 Jahren für die Auserwählten Gottes. Dieser Glaube hat sich über die Jahrhunderte nicht verflüchtigt, sondern vielmehr verfestigt. Quasi genetisch bedingt. Und auf einen Schlag sind alle Fragen beantwortet.

Magnetkartenleser

Heute zu später Stunde, als es fast schon morgen war, ist es mir gelungen, die Daten auf einer Magnetstreifenkarte über das Mikrofon in das Notebook zu speisen. Habe nicht ich erfunden, bloss nachgebaut, was Joe Battaglia am letzten CCC-Kongress erläutert hat. Mehr dazu noch diese Woche. Und Bilder der Konstruktion, sobald ich eine Digitalkamera habe.

Pistachio

Die Manufaktur Mövenpick versteht was von der hohen Kunst der Glaceherstellung. In Tübingen ziehe ich mit Laure häfig von Eisdiele zu Eisdiele und wir schaufeln massig Kugeln aller Farben in uns rein, ich immer Pistazie + etwas Exotisches (z.B. Mango), Laure hat einen leichten Hang zu Schokoeis. Und obwohl die Kugeln gross und billig und von erstklassiger Qualität sind (vor allem beim Italiener da unten), reicht es doch nicht ganz an das Kleinod heran, das ich heute im Coop sanft in der Kühltruhe ruhend vorfand: Mövenpick Pistachio Classics Ice Cream, die Vollendung der Nahrungssynthese. Also gab ich einem starken inneren Verlangen nach und griff tief in den kalten Graben, um alsbald eine Packung diese köstlichen Gutes im heimischen Tiefkühlfach zu verstauen. Heute Abend dann, Beine hochgelagert, Fussballspiel auf Eurosport, und dazu: Halleluja, halleluja, Geschmacksentfaltung in meinem Munde.
Ich finde generell, dass Pistazieneis unterbewertet wird. Niemand scheint es zu mögen ausser mir. So hat alles begonnen: Als Knirps war meine Lieblingsfarbe grün (sie ist es noch heute) und natürlich, als ich das erste mal vor dem Softeisstand stand und wählen musste zwischen gelb (Vanille), rot (Erdbeere) und grün (Pistache), habe ich mich instinktiv für das richtige entschieden, frage nicht. Ich habe es nie bereut.

Positive Risikoverfügung

Die Armee schickt mir einen Brief:

Nach erfolgter Risikobeurteilung durch die Fachstelle f

Das schmerzt: ein Opfer des Datenbank-Massakers vom Februar 2016. Nicht wieder herstellbar. Quintessenz: die Schweizer Armee hat mich einer Risikoprüfung unterzogen, um herauszufinden, ob ich Dienst in einem “geheimen” Bunker im Leib eines Bergs leisten kann. Das Risiko wurde als vertretbar eingestuft. Ich war vier aufeinanderfolgende Jahre dort und habe grossartige Menschen kennengelernt. Es war ein Spass.

Oonagh

Eine Kollegin von Laure trägt den schönen Namen Unna. Dachte ich zumindest. Bis ich erfahren habe, dass sie Oonagh (sprich: Uuna) heisst und nicht deutscher, sondern irländisch-französischer Abstammung ist. Eine unglaubliche Zeichenkette wie ich finde, auf den ersten Blick scheint der Name lang, gebrechlich und schwer aussprechbar zu sein, bei genauem hinsehen jedoch besticht er durch seine kurze, knappe, kraftvolle und wohlklingende Ausbildung. Die Iren, sie wissen sich Namen zu geben. Ich erinnere an den Nachnamen Mudge (ausgesprochen wie: much), der einen berühmten Hacker derart fazinierte, dass er sich gar selber danach benannte.
Aber der schönste Name der Welt ist immer noch Laure, mit grossem Abstand, frage nicht.

Bart muss weg

Wie Roli gestern richtig erkannt hat, habe ich meinen Bart abgelegt, so dass dies Bild zu beiden Seiten des Schriftzugs (man werfe einen Blick auf den Header) falsche Erwartungen weckt. Sobald ich wieder über eine Kamera verfüge (es möge eine billige BenQ sein), werde ich unzählige Bilder von mir anfertigen und eines davon im Header platzieren. Oder gleich weg mit den Bildern, damit keiner weiss, wie ich aussehe. Obwohl: geht nicht, zu eitel.

aerostat

Da hat Thom wieder mal was Tolles ausgegraben:
feed://aerostat.rpod.ru/rss.xml
Russischer Podcast, Tanzmusik, präsentiert und kommentiert von Boris Grebentshikov. Thom empfiehlt No. 17, 21 und 22, dann 1, 12, 30.
Eignet sich bestens zu kopflastiger Arbeit, weil man nur die Musik hört und nicht versteht, was Boris sagt. Würde mich aber interessieren, wovon er zu berichten weiss.

Abwerbeversuch

Ein Microsoft-Rekrutierer hatte vor einiger Zeit die bestechende Idee, Eric S. Raymond, seines Zeichens Open Source Enthusiast, für die Softwareschmiede aus Redmond abzuwerben:

Eric,

I am a member of the Microsoft Central Sourcing Team. Microsoft is seeking world class engineers to help create products that help people and businesses throughout the world realize their full potential.

Your name and contact info was brought to my attention as someone who could potentially be a contributor at Microsoft. I would love an opportunity to speak with you in detail about your interest in a career at Microsoft, along with your experience, background and qualifications. I would be happy to answer any questions that you may have and can also provide you with any information I have available in regard to the position s and work life at Microsoft.

Please take a moment to visit My Calendar online to schedule a convenient time for me to contact you. You can learn more about our vision for the New World of Work at http://www.microsoft.com/mscorp/execmail.

Additionally, if you are aware of any current or previous colleagues who might also be interested in opportunities at Microsoft, I would be happy to speak with them as well. Referrals are always welcome, and are greatly appreciated.

Thank you in advance and I look forward to an opportunity to speak to you in the near future

Best regards,

Mike

Es folgt Erics Antwort (köstlich):

I’d thank you for your offer of employment at Microsoft, except that it indicates that either you or your research team (or both) couldn’t get a clue if it were pounded into you with baseball bats. What were you going to do with the rest of your afternoon, offer jobs to Richard Stallman and Linus Torvalds? Or were you going to stick to something easier, like talking Pope Benedict into presiding at a Satanist orgy?

If you had bothered to do five seconds of background checking, you might have discovered that I am the guy who responded to Craig Mundie’s “Who are you?” with “I’m your worst nightmare”, and that I’ve in fact been something pretty close to your company’s worst nightmare since about 1997. You’ve maybe heard about this “open source” thing? You get one guess who wrote most of the theory and propaganda for it and talked IBM and Wall Street and the Fortune 500 into buying in. But don’t think I’m trying to destroy your company. Oh, no; I’d be just as determined to do in any other proprietary-software monopoly, and the community I helped found is well on its way to accomplishing that goal.

On the day *I* go to work for Microsoft, faint oinking sounds will be heard from far overhead, the moon will not merely turn blue but develop polkadots, and hell will freeze over so solid the brimstone will go superconductive.

But I must thank you for dropping a good joke on my afternoon. On that hopefully not too far distant day that I piss on Microsoft’s grave, I sincerely hope none of it will splash on you.

Cordially yours,
Eric S. Raymond