Fix you

Ich habe vom Film Young@Heart gehört, der fantastisch sein muss. Eine Truppe älterer Menschen, die Songs von zeitgenössischen Bands covern, die sie nicht kennen und dadurch ganz neue Zugänge zu dieser Musik erschliessen.
Sehr beeindruckend: Fred Knittle interpretiert Fix you von Coldplay. Irgendwie spricht das Leben aus diesem Mann.

Quelle

Gesegneter Code

Die fantastische Datenbanksoftware Sqlite, hochgeeignet, um viele viele schwierige Probleme zu lösen, ist unter der Public Domain veröffentlich (d.h. der Autor verzichtet vollumfänglich auf seine Urheberrechte). Statt einer Lizenz hat der geniale Kopf hinter diesem Projekt, Dr. Richard Hipp, eine Segnung in den Source Code eingefügt:

May you do good and not evil
May you find forgiveness for yourself and forgive others
May you share freely, never taking more than you give.

Pausch tot

Vor einigen Tagen ist Randy Pausch nach langem Kampf gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben. Seine Last Lecture hat mich und hunderttausende anderer wahrhaft inspiriert. Nicht nur war er ein Computerpionier (Virtual Reality) der beinahe alle seine Kindheitsträume verwirklicht hat, viel mehr noch war er bis zum Ende ein schillernder glühender Optimist. Das wichtigste, was ich von ihm gelernt habe:

You cannot change the cards your are dealt, just how you play the hand.

RIP.

Solschenizyn tot

Der grosse Alexander Solschenizyn ist gestorben.

Allmählich wurde mir offenbar, dass die Linie, die Gut und Böse trennt, nicht zwischen Staaten, nicht zwischen Klassen und nicht zwischen Parteien verläuft, sondern quer durch jedes Menschenherz.

Randy Pausch: Last Lecture

Amerikansiche Universitäten kennen die Tradition der Last Lecture: ein Professor gestaltet eine Vorlesung, als wäre es die letzte seines Lebens.
Der Visionär und Informatik-Professor Randy Pausch hielt Ende 2007 eine Last Lecture, mit dem Unterschied, dass es tatsächlich seine letzte Vorlesung sein sollte. Pausch ist unheilbar an Krebs erkrankt, hat noch einige Monate zu leben und überaus viel zu sagen. Ein bewegendes, heiteres, tiefgründiges, lebensbejahendes, berührendes Dokument:

Quelle

Solschenizyn

Kürzlich habe ich von Warlam Schalamow berichtet, der über ein dutzend Jahre in sibirischen Arbeitslagern verbracht hat. Es sind bereits einige Jahre vergangen, seit ich die Widmung des wohl berühmtesten Internierten Alexander Solschenizyn in dessen Buch über den Gulag-Archipel las. Die Eindringlichkeit des schlichten Wortlautes hat mich damals erschüttert und er tut es noch heute:

All jenen gewidmet,
die nicht genug Leben hatten,
um dies zu erzählen.
Sie mögen mir verzeihen,
dass ich nicht alles gesehen,
nicht an alles mich erinnert,
nicht alles erraten habe.

Durch den Schnee

Erschütternd ist ein zu schwaches Wort, um zu Beschreiben, was Warlam Schalamow überlebt hat. In seinem Werk Durch den Schnee schildert er (Über)leben und Sterben in sibirischen Arbeitslagern, in denen er 17 Jahre seines Lebens verbracht hat. Kein bekömmliches Buch, bleiern liegt es im Magen, aber es ein wichtiges Zeitdokument, das Zeugnis ablegt über eine grausame unerbittliche brutale Welt. Kauft das Buch und lest es, und vergesst nicht, was da geschrieben steht.
Am Ende einige Erkenntnisse:

  • Ich habe gesehen, dass die einzige Gruppe von Menschen, die sich auch nur ein wenig menschlich benahm trotz Hunger und Verhöhnungen – die Religiösen sind, die Sektenmitglieder, und zwar fast alle, sowie ein grosser Teil der Popen.
  • Ich habe erkannt, dass man aus der Erbitterung leben kann.
  • Ich habe erkannt, dass man aus der Gleichgültigkeit leben kann.
  • Ich habe erkannt, warum der Mensch nicht aus den Hoffnungen lebt – es gibt keinerlei Hoffnungen, nicht aus dem Willen – was schon für ein Wille, sondern aus dem Instinkt, dem Selbsterhaltungstrieb – demselben Prinzip, wie auch der Baum, der Stein, das Tier.
  • Ich bin stolz, dass ich niemanden verkauft, niemanden in den Tod, in eine Haftstrafe geschickt, dass ich niemanden denunziert habe.

Das ist er:

schalamow

 

Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, huiii, heute ist aber kalt:

Ein Thermometer bekamen die Arbeiter nicht zu sehen, und das war auch nicht nötig, zur Arbeit ausrücken mussten sie bei jeder Temperatur. Ausserdem konnten Alteingesessene den Frost auch ohne Thermometer fast exakt bestimmen: wenn Frostnebel herrscht, dann sind es draussen minus vierzig Grad; wenn die Luft beim Atmen mit Geräusch ausfährt, doch das Atmen noch nicht schwer wird, sind es fünfundvierzig; wenn das Atmen ein Geräusch macht und Kurzatmigkeit dazukommt, sind es fünfzig Grad. Bei über fünfzig Grad – gefriert die Spucke in der Luft. Die Spucke gefror in der Luft schon seit zwei Wochen.

Helmut Schmidt

Die Wochenzeitung Die Zeit hat als Beilage ein Magazin mit dem Namen Leben. Die letzte Seite ist jeweils ein kurzer Gedankenaustausch mit Helmut Schmidt, dem früheren Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (1974-82). Die Rubrik trägt den schönen Namen Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt. In der Nr. 49 / 2007 sagt er:

Ich treffe meinen Freund Melvin Laird hoffentilch Ende dieses Monats – ein letztes Mal in diesem Leben.

Das nahende Ende eines grossen Mannes? Das bricht mir das Herz, denn ich mag den Kerl: ein echter Hansetate, weitsichtig, sanfter Geistesriese, bescheiden, trockener Humor, Hamburg, man spürt die Nähe zur See.