Pelloux

Patrick Pelloux ist Notarzt und Kolumnist bei Charlie Hebdo. Er ist als einer der ersten am Tatort eingetroffen und erzählt seine Geschichte.

Cash

Bisschen Johnny Cash gehört auf Youtube, man klickt sich von Song zu Song und dann plötzlich: Jonny Cash’s last interview. 20. August 2003.

Das Gespräch dreht sich um den Tod. Cash glaubt, dass er bald sterben wird.

Interviewer: Where do you think we go afterwards?

Cash: Where do we go? When we die you mean?

Interviewer: Yeah.

Cash: Oh. Well, we all hope to go to heaven.

Cash nickt und lächelt.

Weniger als einen Monat später ist er gestorben.

Adios Gabriel Garcia Marquez

Der literarische Held meiner Jugend ist heute gestorben. Keiner schrieb poetischer und wortgewaltiger als er. Das erste Buch, das ich von ihm las, vor einem halben Leben, war Hundert Jahre Einsamkeit. In der Zwischenzeit habe ich viele Romane vieler Autoren gelesen, doch gewiss keinen besseren. Hundert Jahre Einsamkeit bleibt unerreicht.

Alles verschlungen von diesem Mann, nichts habe ich ausgelassen.

Wieder mal diesen Roman zur Hand nehmen, der alles veränderte. Um des Grössten zu gedenken.

Lemmy

Aus der Rubrik Den Unangepassten ein Denkmal.

Heute: Lemmy Kilmister

Letztes Wochenende durch Zufall über eine Lemmy-Doku gestolpert, sehenswert Hilfsausdruck. Lemmy ist Gründer, einzig ständiges Mitglied und Chef der Band Motörhead, die seit beinahe 40 Jahren den rohen Rock’n’Roll zelebriert. Motörhead hat den Heavy Metal erfunden und sich niemals anderen musikalischen Bewegungen und Einflüssen unterworfen. So hat es Lemmy auch mit seinem Leben gehalten: immer seinen Weg gegangen, was die Leute über ihn denken, ist ihm egal. Er hat nie was gemacht, was er nicht gut fand oder wobei er sich nicht wohl fühlte. Er hat sich nie angebiedert. Er hat nie versucht, es allen recht zu machen. Immer gegen den Strom geschwommen. So möchten viele sein, aber keiner kann Lemmy das Wasser reichen. Bei weitem nicht. Er hat alles mitgenommen an Drogen und Alkohol, was er kriegen konnte (ausser Heroin), aber er preist diesen Lebensstil nicht an, der so viele seiner Freunde umgebracht hat. Ozzy Osbourne äussert sich zu diesem Thema folgendermassen:

Wir haben alle reichlich zugeschlagen, aber er [Lemmy] ist aus Eisen.

Am Ende der Doku sitzt Lemmy in einer Garderobe vor einem Konzert in Moskau.

Interviewer: Any regrets?

Lemmy: None. Life’s too short.

Dann geht er raus und spielt. Vor dem letzten Song sagt er:

Don’t forget us.

We are Motörhead.

And we play Rock’n’Roll.