Vom Sozialist zum Kapitalist

Wer mit zwanzig kein Sozialist ist, hat kein Herz – wer es mit vierzig immer noch ist, hat keinen Verstand.
— Winston Churchill

Tja, langsam spüre ich die Kräfte, die Churchill beschrieben hat. Wir brauchen einen humanitären, ausgleichenden, kreativen Kapitalismus. Lächerlich, ein Widerspruch in sich selbst, schreit ihr? Noch, sage ich, noch ist es ein Widerspruch, aber alles ist wandelbar, sogar dieses System. Ich kenne viele junge intelligente Leute, die soziale Gerechtigkeit fordern, aber gleichzeitig der Überzeugung sind, dass harte Arbeit sich auch finanziell auszahlen muss. Leistung muss sich lohnen, aber die haarsträubenden kapitalistischen Auswüchse müssen eliminiert werden. An den Pranger mit diesen Idioten. Vielleicht hilft uns die Krise, auszumisten und neu zu ordnen. Vielleicht wird mehr Weitsicht einkehren, vielleicht werden die Entscheidungsträger demütiger. Demut – das ist ein wichtiges Wort. Da könnten sich viele ein Stück von abschneiden.

Achten statt Ächten

Achten statt Ächten

Zwei Mädchen, die sich trotz vieler Absagen weiter auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Mit diesen Motiven macht die Caritas 2008 aufmerksam auf die Situation von benachteiligten Jugendlichen.
Gesehen an einer Holzwand vor dem Dom in Speyer. Finde ich grossartig.

Gestochen scharf

Die wenigsten haben es bemerkt: eine neue Brille schmückt mein Haupt. Von der alten kaum zu unterscheiden, daher auch die ausbleibenden Reaktionen. Als ich das Geschäft verliess, wurde mir kurz schwindlig angesichts der wieder gewonnenen Sehkraft.
Ich bin vor Jahren mal bei Visilab reingeschlendert, weil ich eine neue Brille brauchte (Baba hat mich damals dankenswerterweise begleitet und beraten) und ehe ich mich versah, schon hatten sie mir eine Designer-Brille verkauft. Obwohl ich Designer-Zeug nicht mag. Wäre mir früher nie passiert. Aber du darfst nicht vergessen: Das Teure ist nicht das Gestell, sondern die Gläser. Die Kosten für das Gestell (Designer hin oder her) gehen im Rauschen der Gläserpreise unter.
Die Brille war grossartig, ein treuer Begleiter während vieler Jahre, allerdings zeigte sie in letzter Zeit erhebliche Verschleisserscheinungen. Eine Nachfolgerin musste gefunden werden. Also wieder rein ins Visilab (diesmal stand mir Laure zur Seite, merci bien). Nach kurzer Zeit war klar: ein Modell der Manufaktur Bluebay schien am besten geeignet.
Jetzt noch interessante Beobachtung am Rande: Das Visilab-Personal trägt die Termine in einen Google-Kalender ein. Da muss ich natürlich sagen: sehr gute Idee, würde ich genauso machen. Ab in die Cloud damit und hoffen, dass die Google-Server immer schön oben bleiben und das Internet auch sonst nicht rumzickt.

Ich und mein Läuferknie

Es begann irgendwann im Dezember. Ich ging Joggen im Walde und gegen Ende des Ausflugs nahm ich einen diffusen Schmerz in meinem rechten Bein wahr. Dem schenkte ich zunächst keine Bedeutung, bis ich eine Woche später bei einem ähnlichen Ausflug eines starken Schmerzes im rechten Knie gewahr wurde, der sich förmlich die Oberschenkelmuskulatur hochfrass. Nachdem ich drei Tage nicht richtig gehen konnte, wartete ich zwei Wochen ab, um bei einem erneuten Versuch dieselben Schmerzen zu empfinden. Ich habe die Situation Thom geschildert. Er meinte nur: kenne ich, klarer Fall, ein Läuferknie. Freundschaftliche Einschätzung schön und gut, aber ich sehnte mich nach fachmännischer Hilfe, und so tat ich, was ich immer tue in solchen Situationen: auf zum City Notfall. Der zuständige Arzt fertigte Röntgenaufnahmen an, wirkte ein wenig ratlos, erzählte was von Aussenband und Reizung und Meniskus und MRI, vielleicht. Jedenfalls kein Läuferknie. Die Alarmglocken in meinem Kopf begannen schrill zu scheppern. Meniskus. Natürlich ganz schlecht, also in der Angst zwei Wochen lang Salbe eingestrichen und gehofft, dass sich der Schmerz für immer verflüchtigen möge. Tat er aber nicht. Also nochmals zum City Notfall, anderer Arzt, der mir sagt: Läuferknie. Zwei Ärzte, zwei Meinungen, sage ich, was nun. Er empfiehlt mir einen Sportmediziner, Dr. German Clénin, Sportmedizinisches Zentrum Bern-Ittigen, da wurden schon Olympiasieger behandelt und ein Bild von Roger Federer hängt im Eingangsbereich der Praxis. So was schafft Vertrauen. Dr. Clénin fackelt nicht lange und legt sich fest: Läuferknie, bedingt durch verkürzte Muskulatur und ungenügendes Stretching. Hilft nichts, jetzt muss die Physiotherapie-Maschinerie angeschmissen werden. In nicht allzu ferner Zukunft wird der Bewegungsapparat wieder in Ordnung sein, und dann steht dem GP von Bern nichts mehr im Wege. Allerdings werde ich kleinere Brötchen backen müssen. Mit einer ähnlichen Leistungsexplosion wie letztes Jahr ist nicht zu rechnen. Als Erfolg wäre schon zu werten, wenn ich schmerzfrei ins Ziel einlaufe. Sélavy.