FCZ – Besiktas

Schon wieder Fussball. Darf doch nicht wahr sein.
Was soll ich dir sagen? Das wird nichts werden mit weiterkommen, ich sage nur: Champions League im neuen Letzi. Schön wars trotzdem gestern Abend. Die letzten 30 Sekunden haben für viel uninspiriertes Gekicke entschädigt. Jetzt sagst du natürlich: jeder zweite Eintrag über den FCZ, du als bekennender Sion-Fan, schäme dich, das ist ungesund. Du hast recht: ich bin zu häufig in diesem fremden alten hässlichen Stadion, aber was soll ich machen? Die Jungs schleppen mich mit und Spass macht es jedes Mal. Kurze Chronologie des Spielverlaufs: Fataler Aegerter Fehlpass in Minute 3, Delgado schiebt locker zum 0:1 ein. Der FCZ müht sich in den folgenden 90 Minuten redlich ab, aber man hat ständig das Gefühl: Zu viel durch die Mitte, und da stehen sie gut, die Türken, kein Durchkommen. Und wenn sie sich sagen: über die Flügel muss es laufen und alsbald den Ball nach aussen spielen, dann schlägt Rochat einen fürchterlichen Flankenball ins Weissnichtwo. Aber dann beginnen die Türken mit Spielverzögerung, liegen ständig auf dem Boden rum, rühren sich nicht mehr, man denkt schon: Reanimation. Der Schiri, gar nicht dumm, durchschaut dieses Treiben und lässt 6 Minuten nachspielen. Just in der letzten Minute gelingt Alphonse der erlösende Ausgleich. Jubel grenzenlos. Und dann noch emotionaler Höhepunkt: Steve von Bergen verlässt den FCZ und folgt Trainer Favre nach Berlin. Irgendwie verständlich, aber es schmerzt trotzdem.

Fussballleiden(schaft)

Heute Abend, blutend, schwitzend, keuchend, verlierend, habe ich zum wiederholten Male meine Liebe zum Fussball wieder entdeckt. Ich bewege mich unterdessen auf tiefstem Schweizer Niveau, 5. Liga, Solothurn, Gruppe 1. Was soll ich dir sagen: wir haben gekämpft und geflucht, und manchmal, in den magischen Momenten, die es, unnötig zu sagen, in dieser Liga allzu selten gibt, hat gar ein Zuspiel seinen Bestimmungsort erreicht. Die technischen Mittel der Spieler (auch meine eigenen, dass soll hier nicht verschwiegen werden) halten sich in engen Grenzen, aber gegrätscht und gehalten und zum Rundumschlag angesetzt wird wie bei den Grossen. Es war denn auch ein klassischer Schwinger, der mich am Kopf erwischt hat (keine Absicht, klar, einfach gedacht: da muss ich mir mal Platz verschaffen). Also begann die Nase zu bluten, ich sage nur: Wasserfall. Jetzt schreibt das Reglement vor, dass blutende Spieler nicht mehr mittun dürfen, glücklicherweise hat es der Schiedsrichter nicht gesehen, er wurde aber freundlicherweise nach 5 Minuten von meinem direkten Gegenspieler darauf aufmerksam gemacht, nur da war das Nasenbluten bereits vorüber. Habe ich mir natürlich kurzfristig ins Fäustchen gelacht, frage nicht. Leider vermochten wir das Spiel nach 0:2 Rückstand gegen die Fussballgrossmacht FC Flumenthal nicht mehr zu wenden, lediglich der Anschlusstreffen war uns noch vergönnt. Macht nichts, nächsten Mittwoch putzen wir den FC Atees Solothurn weg, wäre doch gelacht.

FCZ – FCL

Wieder mal bei einem FCZ-Match dabei, das erste offizielle Heimspiel dieser Saison, die neuen Spieler angucken. Ich muss sagen: nicht schlecht transferiert, Herr Bickel, offensiv enorm talentiert, diese neue Truppe. Tico und Chikhaoui: eine Augenweide, wie Manolo nicht müde wurde zu betonen. Schnell ergriff uns denn auch die Langeweile, nachdem besagter Chikhaoui und etwas später Abdi auf 2:0 gestellt hatten. Zumal Luzern nie den Anschein erweckte, gefährlich in Erscheinung treten zu wollen. Unübersehbare Schwächen gibts allerdings, das muss an dieser Stelle doch noch kritisch angemerkt werden, im defensiven Mittelfeld zu beklagen. Die Abgänge von Inler und Dzemaili konnten nicht kompensiert werden, war auch nicht zu erwarten. Aber offensiv fulminant.

FCZ

Das beste an Zürich ist der FCZ, frage nicht. Unlängst habe ich mit einigen Kollegen (allesamt Stammzuschauer) ein Spiel besucht. Es sollte ein denkwürdiger Abend werden. Gesungen wurde von Beginn des Spiels bis lange nach dem Ende, und das Bier floss in Strömen. Als wir Stunden nach dem Schlusspfiff ins Tram torkelten, benommen vom Alkohol und von der Stimmung, hörten wir die friedlichen Fans noch immer singen und tanzen wie am letzten Tag. Der Gegner an diesem Abend war meine Mannschaft, der FC Sion, stolze Walliser, und lange Zeit sah es gut aus für uns. Nach dem unverdienten Führungstreffer durch einen wunderbaren Kopfball Tihinens glichen wir völlig verdient aus (weiss nicht mehr, wer den Ball reingewürgt hat), um dann irgendwann Tief in der zweiten Halbzeit mit einem platzierten Flachschuss in die lange Ecke besiegt zu werden. Aber die Sieger zeigten Grösse, klopften mir aufmunternd auf die Schulter, und wie gesagt: das Bier floss in Strömen, so dass ich mir der Schmerzen nicht bewusst war, die mir die Niederlage bereitete. Aus diesem Grunde werde ich auch in Zukunft Spiele des FCZ besuchen, frohen Mutes, wenn sie GC wegputzen oder den FCB.