Iglu

Im Februar 2015 zimmerten eine Handvoll Softwareentwickler ob Boltigen zwei Iglus in den Schnee, übernachteten darin (oder unter freiem Himmel), und begaben sich am darauffolgenden Tag auf eine kleine Schneeschuh-Wanderung. Ein fantastisches Wochenende, insbesondere die Nacht in einem Militärschlafsack bei 3 Grad Iglu-Innentemperatur wird in Erinnerung bleiben (war nicht mal kalt, abgesehen von der Gesichtsfläche).

Herr Reufer hat das Ergebnis fotografisch festgehalten. Die Bilder sind mir gestern wieder in die Hände gefallen. Eine kleine Auswahl.

Iglu Boltigen

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Lemmy *Applaus*

Heute Nacht habe ich zufälligerweise Lemmys Memorial Service and Celebration mitverfolgt, nachdem ich entsprechende Hinweise im Internet gefunden habe und die Müdigkeit mich nicht in ihre Arme schloss.

Die Übertragung hat 2h gedauert und ich habe verstanden, wie eine solche Veranstaltung funktionieren muss. Es war einem Gedenkgottesdienst nicht unähnlich, in einer Kirche, aber ohne Pfarrer, sondern mit Freunden und Weggefährten, die Geschichten über Lemmy erzählten: ihre ersten Begegnungen, unvergessliche Erlebnisse, bizarre Situationen wurden geschildert, Gedichte wurden vorgetragen, Witze gerissen. Das volle Leben.

Slash war da, Metallica waren da, Dave Grohl war da und viele andere, Unbekanntere, die Lemmy durch sein Leben begleitet haben. Manchmal war es traurig, aber meistens war es ziemlich witzig. Es wurde mehr gelacht als geweint. Die Redner*innen haben nicht Lemmys Tod betrauert, sondern sein Leben gefeiert. Das hätte ihm bestimmt gefallen. So muss eine Abdankungsfeier aussehen.

Chapeau.

Glenmorangie Nectar d’Or

Um Lemmys Leben zu feiern, wollte ich eine Flasche guten Whiskys kaufen, um auf ihn anzustossen. Nun habe ich keine Ahnung von Whisky, ein Einsteigermodell müsste es also sein, aber nicht das billige Zeug. Wenn schon, denn schon. Meine Recherche hat ergeben, dass ein Auchentoshan 12 gut passen würde (fruchtig, süss, leicht) oder wahlweise ein populärer Glenfiddich 12.

Ich wurde in einem Spirituosengeschäft vorstellig und schilderte meine Situation (ohne den Lemmy-Plan zu offenbaren). Alsdann wurde ich durch das breite Angebot geführt und am Ende wurde mir ein Glenmorangie Nectar d’Or ans Herz gelegt: leicht, fruchtig und was mich besonders überzeugt hat: in Sauternes Fässern gereift (bin bekanntlich ein Sauternes Fan). Also eine Flasche mitgenommen in nobler Verpackung und am Abend sogleich ein Gläschen getrunken. Muss sagen: nicht schlecht, der Stoff. Werde den Glenmorangie in den kommenden Monaten (wohl eher Jahren) mit dem Glenfiddich und dem Auchentoshan vergleichen, aber es ist ein guter Beginn.

Hoch die Gläser! Auf Lemmy!

6 Wochen

Nach Monaten der beständigen Kniebeschwerden konnte ich seit drei Wochen wieder in gewohntem Umfang laufen.

Heute Abend: Fussball. Zweikampf. Misstritt. Schmerzen. Anschwellender rechten Fussknöchel. Erinnerung. Gewissheit. Bänder (an)gerissen. Kühlen. Tram. City Notfall. Untersuchung. Röntgen. Nichts gebrochen, aber Aussenbänder in Schwierigkeiten. 6 Wochen Pause. Krücken. Fussstütze. Bisschen Schmerzmittel.

Fussball, alter Freund, wir müssen reden. Du weisst, ich mag dich, aber so kann es nicht weitergehen.

Madame Danielle

Vielleicht der letzte Beitrag zum Thema “Attentate in Paris” (mehr Platz will ich den Irren nicht einräumen).

Die selbstbewusste Madame Danielle bringt es auf den Punkt:

Hier nochmals im deutschen Wortlaut:

Es ist sehr wichtig, unseren Toten Blumen zu bringen. Es ist sehr wichtig, mehrfach das Buch von Hemingway (Paris – Ein Fest fürs Leben) zu lesen. Denn wir sind eine sehr alte Zivilisation. Wir tragen unsere Werte hoch. Wir verbrüdern uns mit den fünf Millionen Muslimen, die ihre Religion frei und friedlich ausüben. Und wir werden kämpfen gegen die 10’000 Barbaren, die angeblich im Namen von Allah töten.

Mir gefällt ihre Klarheit und Unerschrockenheit. Manche mögen es Arroganz nennen, aber ich interpretiere es eher als Stolz.

Ich werde das empfohlene Buch kaufen und lesen. Hemingway war während seiner Zeit in Paris jung und hungrig, aber arm. Er hat kühn und furchtlos gelebt und gedacht. Ich schätze, das ist auch der Grundton dieses Buches. Und damit kommen wir zurück zu Madame Danielle: wenn man sich die Debatten nach den Anschlägen anschaut, dann spürt man vor allem: Angst. Verteidigung. Abwehr. Schlagbaum runter. Defensive Besitzstandswahrung. Wir müssten aber mutiger, stolzer, kühner agieren. Wir dürfen nicht vergessen: die Veränderung kam nie von den Arrivierten, Vermögenden, Verteidigenden. Sie kam immer von den Tagedieben, den Unerschrockenen, den Querdenkern. Darauf sollten wir uns besinnen. Offensiv und unerschrocken denken und handeln, nicht defensiv und reaktionär. Mehr Freiheit wagen, nicht weniger.

 

Locker durchs Berufsleben

Frank Behrendt ist Vorstand einer Kommunikationsagentur. Wir wissen: Kommunikationsbranche extrem kompetitiv, Kreativitätszwang, höchst anspruchsvoll, endlose Arbeitstage, Work-Life-Balance ade, undundund. Nun wirkt Behrendt aber immer entspannt, ständig gute Laune, Spaziergang im Wald sozusagen. Darauf angesprochen begann Behrendt nachzudenken und notierte beim Frisör auf der Wartebank Zehn ernsthafte Ratschläge, wie man locker durchs (Berufs-)Leben kommt. Den ersten und den letzten Punkt möchte ich herausgreifen:

  • Mach dir jeden Morgen noch mal klar, dass wir im Job nur Monopoly für Erwachsene spielen. Egal, was wir hier machen oder nicht machen – die Welt dreht sich weiter. Deshalb sollten wir uns bei aller Ernsthaftigkeit selbst nicht zu wichtig nehmen.
  • Liebe deine Familie, deine Freunde, dich selbst und das Leben. Aber nie deinen Job.

Der zweite Punkt ist ein Kracher. Nicht vergessen.