Adieu Juri

Wer diesen Blog regelmässig besucht, hat festgestellt, dass ich in letzter Zeit einige alte Beiträge, die teilweise seit Jahren im Draft Verzeichnis rumliegen, veröffentlicht habe. Jetzt ist das Verzeichnis leer. Bis auf diesen einen Beitrag. Er stammt aus dem Jahr 2009 und als ich ihn schrieb, war ich mir nicht sicher, ob er gut genug ist, denn ich nehme darin Abschied von einem Freund: Jörg “Juri” Gasche. Er starb an einer seltenen Form von Krebs, keine 30 Jahre alt.

Wir haben uns in Halten kennengelernt, als wir Kinder waren. Jahre später haben wir für kurze Zeit in derselben Mannschaft Fussball gespielt. Fussball war eigentlich nicht sein Ding, Juri spielte begeistert Unihockey. Die Fussballschuhe hat er sich nur umgeschnürt, weil zu wenige Spieler da waren und der Abstieg abgewendet werden musste. Es gelang. Das sagt eigentlich schon alles über ihn: selten habe ich einen freundlicheren, hilfsbereiteren, intelligenteren Burschen getroffen. Und meistens gelang, was er angepackt hat.

Seither sind einige Jahre ins Land gegangen, die Zeit hat geholfen, Abstand zu gewinnen. Vielleicht waren die Worte damals nicht gut genug, aber heute scheinen sie mir angemessen. Nun denn.

August 2009:

Eigentlich wollte ich bloss den Spielplan auf der HSV-Homepage anschauen, als ich auf eine Notiz stiess, die erklärte, dass du friedlich entschlafen bist. Wir alle haben befürchtet, dass es zu Ende gehen wird, und trotzdem sitzt der Schock tief, nun, da es eingetreten ist. Irgendwie hofft man immer auf ein Wunder und ist dann leise enttäuscht, wenn es ausbleibt.
Dein Leben war so voller Tatendrang und Hingabe für deine Mitmenschen, dass es fast so erscheint, als ob du von Anbeginn wusstest, dass du ein ganzes Leben in diese dreissig Jahre legen musstest.

Letztes Jahr starb der spanische Extrembergsteiger Iñaki Ochoa de Olza am Annapurna. Kürzlich las ich einen knappen Bericht zu diesen Ereignissen. In dieser Meldung haben sie es geschafft, Worte zu finden, die mir heute, da wir deinen Verlust beklagen, gänzlich fehlen. Also lasse ich sie an meiner Stelle sprechen.

There’s much to say about these men’s behaviour, about their sense of comradeship, their sacrifice and courage. There’s also much to say about the outspoken, ingenious, smart and strong Iñaki. All that will be included in another story – to be posted after the rescuers are safely back, and feelings settle down. However, on a previous dispatch posted some days ago on his website, Iñaki mentioned the Tibetan nomads, who cry at the wind each time they reach a summit or cross a mountain pass: “Lho Gyelo”- the Gods have won. And so it has happened. We shall miss you Iñaki.

Wir werden dich vermissen, Juri.

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