Friedman, Suter, Gustafsson

Ich lese wieder vermehrt Bücher und das ist zugegebenermassen hoch erfreulich. Drei Bücher waren es in den letzten Wochen, von unterschiedlicher Machart.

Was zu tun ist von Thomas Friedman
Ein Sachbuch des New York Times Star-Journalists. Ich habe noch ein anderes Buch von ihm bei mir rumliegen (Die Welt ist flach), das ich allerdings noch nicht gelesen habe. Die kleinen Themen sind seine Sache nicht, es muss immer die Welt als Ganzes erklärt werden. Ist natürlich interessant, wenn ein Mann mit seinem Wissen, seinem Horizont und seiner pragmatischen Herangehensweise das Geschehen in der heutigen Zeit, komplex wie es nun mal ist, in einen grossen Kontext setzt.
Friedman hat erkannt, dass es schlecht steht um die Welt. Die Umwelt, sie wird zerstört; die Wälder, sie werden abgeholzt; die Luft, sie wird verschmutzt. Und so redet Friedman seinen amerikanischen Landsleuten ins Gewissen. Der CO2-Ausstoss muss gesenkt werden, jetzt, denn sonst ist es zu spät. Das Buch vermittelt einen chaotischen Überblick über die Thematik, Friedman springt von einer Idee zu nächsten, berichtet von Gesprächen, die er mit dutzenden von Experten in aller Welt geführt hat, nimmt die daraus gewonnenen Erkenntnis und schmeisst alles zusammen. Seine Beschreibungen haben mich einigermassen wachgerüttelt, denn um die Welt ist es nicht gut bestellt. Es gibt einfach zu viele Menschen, die zu viel CO2 freisetzen. Waren das früher lediglich die dekadenten Westler, so steigen nun immer mehr Menschen aus den sogenannten Entwicklungsländern in den Mittelstand auf (was natürlich absolut legitim ist), pflegen einen immer luxuriösen Lebensstil, stossen immer mehr CO2 aus. Aus diesem Teufelskreis gilt es auszubrechen. Friedman vermittelt hierzu interessante Denkanstösse. Erneuerbare Energien hat er als Schlüsseltechnologien identifiziert. Merkt euch das.

Small World von Martin Suter
Ich liebe Suters Bücher. Obwohl als Trivialliteratur verschrien, vermögen mich keine anderen Werke derart in ihren Bann zu ziehen wie seine sorgfältig aufgebauten und überaus präzise formulierten Geschichten. Suter hat stets einen klaren Plot, er weiss, wohin er den Leser führen will, kein Rumgequatsche, kein Verweilen im Bedeutungslosen, sondern immer vorwärts in der Handlung. Wie bei Suter üblich, entwickelt auch Small World aufgrund eines unter der Oberfläche schwelenden Geheimnisses um den Protagonisten eine ungeheure Sogwirkung, die eine Unterbrechung der Lektüre unmöglich macht. Man wird genötigt, weiterzulesen, bis sich der Schleier am Ende lüftet. Allerbeste Unterhaltung.

Frau Sorgedahls schöne weiße Arme von Lars Gustafsson
Hochgejubelt im Literaturclub, die Kritiker überboten sich gegenseitig mit Lobeshymnen, deshalb gekauft, und tatsächlich, es ist ein grosses Buch, doch hat es mich nicht so verzaubert, wie ich mir dies angesichts der Vorschusslorbeeren erhofft habe.
Ein schwedischer Oxford-Professor blickt auf sein Leben zurück. Episodenhaft erzählt er aus seiner Jugend, seinem Leben auf dem Land, von seiner Mutter, seiner ersten Liebe und natürlich von Frau Sorgedahls schönen weissen Armen. Ein stilles, saftes, leises Buch, aber tief wie der Murtensee.

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