Der Grösste aller Zeiten

Roger Federer hat sich mit seinem 15.Grand-Slam-Titel über alle Legenden des Tennissports erhoben. War eine spanndende Auseinandersetzung im Wimbledon-Final 2009, der tapfere Andy Roddick hat sich nach Kräften gewehrt, musste sich am Ende aber doch geschlagen geben. Ist interessant bei Federer: man hat häufiger das Gefühl, dass er verlieren könnte, doch dann vermag er dem Spiel meistens doch noch eine überraschende Wende zu seinen Gunsten zu geben.
Mir ist kein anderer Sportler bekannt, der über eine ähnliche mentale Stärke verfügt.
Damit ist der kunstvolle Rahmen für mein Roger-Federer-Erlebnis geschaffen: vor Jahren, Federer war noch nicht der weltbeste Spieler, doch auf gutem Weg dazu, da besuchte ich mit meinen Eltern und meiner Schwester ein Eishockeyspiel des SC Bern. Wenn ich mich richtig erinnere, spielten die Berner gegen den SC Langnau. Nach dem Spiel lief jemand an mir vorbei und ich dachte mir: das ist doch Federers Vater und der Typ neben ihm, das ich doch Peter Lundgren, sein Trainer. Kein Zweifel. Bei unserem Auto angekommen berichtete ich von meiner Beobachtung, als meine Schwester auf das Fahrzeug neben unserem Wagen wies. Da stand er: Roger Federer, eben damit beschäftigt, seinen Audi TT aufzuschliessen. Mirka und zwei Kollegen warteten geduldig, bis die Türen sich öffneten.
So nah bin ich ihm nie wieder gekommen. Hätte ich geahnt, dass sich der grösste Tennisspieler aller Zeiten in unmittelbarer Reichweite in den Leib seines Wagens schwingt, ich hätte getan, was ich niemals zuvor tat: nach einer Unterschrift mit persönlicher Widmung gefragt.
Aber wer weiss: man sieht sich bekanntlich immer zwei mal im Leben.

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