Archive for May, 2010

Wordpress 2.9

Sunday, May 23rd, 2010

Nach vielen Monaten habe ich wieder mal ein Wordpress-Upgrade durchgeführt: von 2.7 auf 2.9.2. Seit der Einführung des automatischen Upgrades geht das mit einem einzigen Knopfdruck. Na ja, das Header-Bild muss man noch manuell aktualisieren (hier rein: wp-content/themes/default/images und wp-content/themes/default/style.css anpassen).
Wordpress 3.0 steht bereits vor der Tür. Sobald die Software dem Beta-Stadium entwachsen ist, wird erneut aktualisiert.

Graubünden

Friday, May 21st, 2010

Sensationelle Werbung!

Bruno der Kreolen-König

Sunday, May 16th, 2010

Seit 2003 bin ich bekennender Tagi-Magi Leser (das Magazin des Tagesanzeigers, www.dasmagazin.ch), seit mir eine Ausgabe in Familie Schneiders Ferienwohnung in die Hände fiel mit einem Bericht über Jaron Lanier. Es war die Zeit, als die Welt eine andere war, als ich in Zürich studierte und als Doris Knecht noch ihre fantastischen Kolumne schrieb.
Meine Hingabe zum Tagi-Magi vertiefte sich einige Wochen später mit einem Artikel von Guido Mingels über die Landdisco im Mittelland, Gefeierte Nächte, als er fünf Solothurner Jugendliche auf ihrem Streifzug durch die Wasserämter Tanzveranstaltungen begleitete. Sensationelle Reportage. Immer wieder gern gelesen. Zum Ende hin gibts eine Literatur-Nobelpreis würdige Passage. Ausgangslage: Disco in der Mehrzweckhalle Deitingen, DJ Antoine war da und andere anerkannte Grössen ihres Fachs, doch irgendwie vermochten sie die Dorfbevölkerung nicht zu begeistern.

Dann, noch später, geht DJ Stiffy an die Plattenteller, der eigentlich Stefan Seiler heisst und Mitglied ist vom OK und vom Unihockey-Club Deitingen. Jetzt ist Schluss mit dem House-Quatsch. Jetzt kommt, für die letzte Stunde, richtige Musik für richtige Menschen. Er legt “Highway to hell” auf von AC/DC. Damit holt er sie alle, jung, alt, Houser, Trancer, Bauern, Rastas, Punks, Alt-Rocker, alle. Es muss nur das heisere Grollen von Bon Scotts Stimme durch die Halle wehen, das stellt den Menschen die Haare auf den Armen zu Bergen. Dann stampfen sie. Dann tanzen sie. Dann geraten sie in diese fröhliche Wut und schreien einander den Refrain zu, WE’RE ON A HIGHWAY TO HELL. Man muss nicht meinen, sagt DJ Stiffy, dass in jedem Jahr ein gutes Lied geschrieben wird auf Erden. Es gab “Highway to hell”. Es gab “The final countdown” von Europe. Es gab “Major Tom” von Peter Schilling, Neue Deutsche Welle. Seither ist eigentlich nicht mehr viel dazugekommen.

So war das damals im Wasseramt.
Ich muss immer wieder schmunzeln, wenn ich bei meinen Eltern zu Hause am Küchentisch sitze und Radio 32 spielt eines der drei besagten Musikstücke (was oft genug geschieht).
Aber darum soll es jetzt gar nicht gehen. Sondern um eine andere Reportage im Tagi-Magi, letzte Woche erschienen, köstlich.

Bruno der Kreolen-König

Von einem, der auszog, um die Welt ein wenig besser zu machen. Von einem, der das Herz am rechten Fleck hat. Auch wenn seine Methoden ein wenig unorthodox sind.

Ciao Jürgen

Saturday, May 15th, 2010

Eigentlich sollte dieser Eintrag einem freudigen Ereignis gewidmet sein: Hannover 96 hat den Ligaerhalt mit einem 3:0 Auswärtserfolg in Bochum gesichert. Die gesamte Rückrunde immer nahe am Abgrund, aber dann, wo du schon gedacht hast, das wird nichts mehr, war es plötzlich da: das rote Ballett. Man sagt: in der grössten Not zeigt sich der wahre Charakter einer Mannschaft. Im Falle von Hannover 96 bedeutet das: 2 Spiele, 6 Punkte, 9:1 Tore.
Heute nun erreichte mich folgende SMS von Holger:

Nein…! Jürgen velässt 96. Was sollen wir denn noch verkraften dieses jahr.

Im Klartext: Jiri Stajner (zu deutsch: Jürgen Steiner) wird Hannover 96 verlassen. Auf seinen eigenen Wunsch hin wird der Vertrag aufgelöst, der noch bis 2011 laufen sollte. Jürgen lässt seine grossartige Karriere beim tschechischen Erstligisten Slovan Liberec ausklingen. Das ist natürlich ein grosser Schock für uns alle, denn unsere grobe Planung für die nächsten beiden Jahre (2011: Deutscher Meister und Pokalsieger, 2012: Champions League Sieger) könnte damit über den Haufen geworfen werden. Eines ist sicher: mit Jürgen verlieren wir ein überaus wertvolles und belebendes (und bei den Fans ein wenig polarisierendes) Element dieser Mannschaft. Wobei ich die Anhänger der Roten nie verstanden habe, die harsche Kritik an Jürgens Spielweise geübt haben, sobald mal ein Hackentrick misslang (meistens wurde er ohnehin gefault, denn niemand konnte ihn mit fairen Mitteln stoppen). Es ist nun mal so: wer sich so nahe am Grat zwischen Genie und Wahnsinn bewegt, der muss leider damit rechnen, dass es Leute gibt, die das Genie hinter dem Wahnsinn nicht entdecken.
Jürgen stand acht Jahre für die Roten im Einsatz und erzielte in 229 Ligaspielen 42 Tore. Unvergessen sein Treffer zum 2:2 in der Nachspielzeit gegen Borussia Mönchengladbach im Mai 2003, der den Roten den Klassenerhalt sicherte.
Einen wie ihn wird es keinen mehr geben. Und doch muss es weiter gehen, immer weiter.
Wir werden dich und deine Hackentricks vermissen.
Danke Jiri.

Roman eines Schicksallosen

Thursday, May 13th, 2010

Jetzt mal wieder zu einem ernsten Thema. Nach Die Wohlgesinnten habe ich Roman eines Schicksallosen des ungarischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész gelesen. Das Buch beschreibt den Alltag im Arbeitslager Buchenwald aus der Perspektive eines jungen Häftlings, quasi das Gegenstück zu Littells SS-Offizier-Sicht. Ich-Erzähler, stark autobiografisch, denn wie der Vortragende war auch Kertész in Buchenwald interniert.
Der Roman ist ein einziger Faustschlag. Kertész hat eine Sprache gefunden, mit der er die Greuel des Lagers ohne Empörung, ohne Entrüstung, ohne Wut beschreibt. Es ist diese unglaublich minimalistische, sachliche, kindliche, emotionslose Ausdrucksweise, die ungeheuerlichen Aussparungen, die dem Leser unter die Haut gehen. Beispiel gefällig?

Erst da begriff ich, dass die Zeit offenbar hin und wieder unsere Wahrnehmung täuschen kann. So hatte dieser – in seinem Ergebnis zwar durchaus fassbare – Prozess auch meiner Aufmerksamkeit entgehen können, als er sich zum Beispiel an einer ganzen Familie vollzog, nämlich an der Familie Kollmann. Ein jeder im Lager kannte sie. Sie kamen aus einem gewissen Ort namens Kisvarda, aus dem auch noch viele andere hier waren, und aus der Art, wie man mit ihnen oder von ihnen sprach, schloss ich, dass sie zu Hause angesehene Leute gewesen sein mussten. Sie waren zu dritt: der kleinwüchsige, kahle Vater, ein grösserer und ein kleinerer Junge, die dem Vater überhaupt nicht, einander aber – und demzufolge wahrscheinlich der Mutter, denke ich – im Gesicht auffällig ähnlich waren, die gleichen blonden Borsten, die gleichen blauen Augen. Sie gingen immer zu dritt, und wenn nur irgend möglich Hand in Hand. Nun habe ich nach einer gewissen Zeit bemerkt, dass der Vater hin und wieder zurückblieb und die beiden Jungen ihm helfen und ihn an der Hand mitziehen mussten. Nach einer Weile war dann der Vater gar nicht mehr bei ihnen. Dann aber musste der grössere bald den kleineren nachziehen. Noch später ist dann auch dieser verschwunden, und da schleppte der grössere bloss noch sich selbst, und in der letzen Zeit sah ich auch ihn nirgends mehr. (S.170)

Schon mal die Grausamkeit eines Konzentrationslagers in solchen Worten wiedergefunden?
Wenn du das Buch liest und die Entrüstung, die Ohnmacht, der Zorn in dir aufsteigt, wenn du des Wahnsinns gewahr wirst, dann hält dir Kertész diese Sanftmut, diese Ruhe, diese Gelassenheit, diese Güte entgegen, und du denkst: wo bleibt denn hier der Aufschrei, der Groll, die Raserei?
Noch so eine Stelle, als er einen Sack Zement fallen lässt und sich der Aufseher auf ihn stürzt:

Dann zerrte er mich wieder hoch: “Dir werd ich’s zeigen, Arschloch, Scheisskerl, verfluchter Judenhund”, so dass ich nie wieder einen Sack fallen liesse, wie er versprach. Von da an lud er mir bei jeder Wende persönlich den Sack auf den Nacken, nur um mich kümmerte er sich, nur ich gab ihm zu tun, nur mich verfolgte er mit den Blicken bis zum Wagen und zurück, und mich holte er nach vorn, auch wenn der Reihe und der Gerechtigkeit nach andere drangewesen wären. Zu guter Letzt spielten wir einander beinahe schon in die Hände, kannten uns schon, beinahe las ich schon so etwas wie Befriedigung, Zuspruch um nicht zu sagen Stolz auf seinem Gesicht, womit er, das musste ich zugeben, unter einem bestimmten Blickwinkel gesehen sogar recht hatte: wenn auch schwankend, gekrümmt, zuweilen mit Schwärze vor den Augen, so hielt ich doch durch, ich kam und ging, ich trug und schleppte, und zwar ohne einen einzigen weiteren Sack fallen zu lassen, und das war ja – das musste ich einsehen – alles in allem die Bestätigung für ihn.
Andererseits fühlte ich am Ende dieses Tages, dass etwas in mir unwiederbringlich kaputtgegangen war, von da an dachte ich jeden Morgen, es sei der letzte, an dem ich noch aufstehen würde, bei jedem Schritt, dass ich den nächsten nicht mehr tun, bei jeder Bewegung, dass ich die nächste nicht mehr schaffen würde; aber ja nun, vorläufig schaffte ich sie noch jedesmal.

Wo hat er bloss die Kraft hergenommen?

Zitat: Ford

Saturday, May 8th, 2010

If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses.
– Henry Ford

Biohacking

Saturday, May 8th, 2010

Folgender Vortrag von Drew Endy am Chaos Communication Congress 2007 hat mich veranlasst, im vergangenen Frühjahr eine Vorlesung an der ETH Zürich zum Thema Synthetic Biology zu besuchen:

Bei Synthetic Biology habe ich das Gefühl: das könnte was sein für die Zukunft. Da müsste man dran bleiben. Leider fehlt mir momentan das erforderliche Wissen und ein Labor, um da mitmischen zu können (im wahrsten Sinne des Wortes), aber irgendwie ist das eine interessante Sache.

Mag auch daran liegen, dass ich mich während des Studiums intensiv mit Bioinformatik beschäftigt habe und beinahe eine Arbeit zum Thema Drug Design in Silico verfasst hätte, doch leider habe ich mich zeitlich vertan und plötzlich war Betreuer und Thema weg. Wie auch immer, der Krebs muss besiegt werden und gewiss braucht es dabei auch Computer, die mitrechnen.

Wake Up Light

Friday, May 7th, 2010

Vor einigen Wochen hatte Laure Geburtstag. Ein Präsent musste her. Ich fragte sie, ob sie ein solides Geschenk haben wolle, über das sie sich garantiert freut oder ein Überraschungsgeschenk, das sie vielleicht nicht mögen wird. Die klassische Matrix-Situation also: Rote oder blaue Pille. Abenteuer oder Langeweile. Natürlich hat sie sich für die rote Pille entschieden. Und so kaufte ich ihr ein Wake Up Light.
Aufstehen war für uns bisher kein angenehmes Ereignis, stets begleitet von Müh und Not. Als ich in einem Elektrogeräte-Katalog auf das Phillips HF3480 Wake Up Light stiess, da wusste ich: ein neues Zeitalter ist angebrochen.
Nun, was tut ein solches Gerät? Es ist zugleich Wecker und Lichtquelle. Man stellt eine Weckzeit ein. Eine halbe Stunde vor diesem Zeitpunkt schaltet sich die Lampe stufenweise ein (Simulation eines Sonnenaufgangs) und zur Weckzeit erklingt Vogelgezwischer, das dich aus dem Schlaf holt. Bereits das Licht lässt die Erkenntnis langsam in dein Bewusstsein sickern, dass es bald vorbei sein wird mit dem geruhsamen Schlaf, doch wachst du noch nicht auf, denn du weiss: die lieblichen Vöglein werden dich sanft in den Tag begleiten.
Die Begeisterung bei Laure war gross und das Gerät ist absolut grossartig (obwohl sich viele Kunden auf amazon.de abfällig über den HF3480 geäussert haben). Ich muss sagen: aufstehen ist ein ganzes Stück angenehmer geworden. Und wer Vogelgezwitscher nicht mag, kann sich auch von Trommeln wecken lassen.

Tote Hose im Musikzoo

Friday, May 7th, 2010

Seit Monaten (Jahren?) habe ich keine CD mehr gekauft. Das zeitgenössische Musikschaffen, es ist mir entglitten. Die letzte Platte, die ich mir kaufen wollte, war Johnny Cashs posthumes Werk American VI: Ain’t No Grave und dies vor allem deshalb, weil ich alle American Recordings Alben besitze und für gut befunden habe. Beziehungsweise besass; Sebe, wo zum Teufel steckt American III: Solitary Man, das ich in deines Vaters Wagen liegen liess, als wir nach Erlangen fuhren – na ja, du fuhrst und ich sass neben dir und sprach oder schwieg.
Jedenfalls, nach Cash kam nicht mehr viel. Nun bin ich auf der Suche nach neuen aufregenden Bands, wild, wütend, so wie die Arctic Monkeys for einigen Jahren. Oder die Strokes.
Wenn jemand eine solche Band kennt, die Gitarrenmusik spielt (Elektronisches und Sprechgesang sind meine Sache nicht), dann hier mal einen Kommentar hinkritzeln.
Ich bin ja nicht so der Download-Typ, ich kaufe mir lieber die CD mit Hülle und Booklet, ich muss das Werk in meinen Händen halten, wie früher, als es noch keine Kompression von Audiodateien gab. Nichts gegen MP3, ein wahrer Segen, aber trotzdem liebe ich meine Platten (wobei ich mit Platten stets CDs meine).
Wessen Tipp mich dazu verleitet, die Platte zu kaufen, hat ein Bier verdient. Ein Tannenzäpfle oder ein Boxer.

Britain votes

Thursday, May 6th, 2010

Um auch mal ein wenig das Tagespolitische aufzugreifen und um zu zeigen: Jawohl, voll auf der Höhe des internationalen Geschehens, alles mitbekommen:

uk_election

Geklaut vom Economist. Thank you.