Archive for April, 2009

Die Dattel

Saturday, April 25th, 2009

Lange Jahre habe ich sie verschmäht, die Dattel, zu meiner Schande muss ich gestehen: mein gesamtes bisheriges Leben lang. Seit einigen Wochen nun kann ich nicht mehr von ihr lassen. Ich habe Datteln gegessen aus aller Herren Länder: Tunesien, Israel, USA. Die Datteln aus Tunesien haben mir am besten geschmeckt. Wie der erste Schluck Wasser nach einem langen Marsch durch die Wüste. So muss man sich das vorstellen.

HSV Halten – FC Bettlach: 3-4

Saturday, April 25th, 2009

Der FC Bettlach ist eine der unterdessen wenigen Mannschaften, die einen Platz knapp hinter dem HSV eingenommen haben. Also wieder mal berechtigte Hoffnung, den seltenen Genuss eines Sieges auszukosten. Die Startphase allerdings war wenig verheissungsvoll. Weitestgehend unkonzentriert und passiv überliessen die Haltener das Spieldiktat bereitwillig den Gästen. Diese, mit einem flinken und technisch beschlagenen Stürmer ausgestattet, verwandelten ihre Überlegenheit in den ersten 20 Minuten in eine 0:2 Führung. Danach schreckte der HSV wie aus einem bösen Traum auf, nahm die Zweikämpfe an, versuchte verzweifelt, über den Kampf ins Spiel zu finden. Nach und nach rissen die Haltener die Spielkontrolle an sich. Die Ballsicherheit erreichte ein Niveau wie selten zuvor, und es war Routinier und Aggressivleader Weber, der den Ball bis zur Pause zwei Mal ins gegnerische Tor trug. Nach erbärmlichem Beginn hatten sich die Haltener mit einer beachtlichen Willensleistung ins Spiel zurückgekämpft. Und das Glück blieb ihnen vorerst treu. Kurz nach Wiederanpfiff schlug ein gegnerischer Verteidiger im eigenen Strafraum völlig unbedrängt den Ball mit der Hand weg. Scheint ein Reflex gewesen zu sein. Der Schiedsrichter jedenfalls entschied auf Elfmeter, den Friedli souverän verwertete. Die Haltener führten 3:2, eine relativ ungewohnte Situation. Es lief gut für den HSV und für kurze Zeit war wieder einmal alles erleuchtet. Dann Auftritt Wunderstürmer: er düpierte die gesamte Haltener Hintermannschaft und schob zum 3:3 ein, sein dritter Treffer unterdessen. Nicht so schlimm, könnte man meinen, ein Punkt ist besser als kein Punkt. Aber aufgepasst: Unentschieden kurz vor Schluss hat in dieser Saison immer in einer Katastrophe, sprich Niederlage geendet. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch,
Torraumszenen hüben wie drüben, das Spiel wogte hin und her, beide Mannschaften drängten auf die Entscheidung. Jetzt pass auf: Ballgeschiebe im Haltener Strafraum, Versuch eines Befreiungsschlags, der Ball prallt am Wunderstürmer ab, er hebt das Leder geschickt über den machtlosen Torhüter und des HSVs Schicksal ist ein weiteres Mal besiegelt. Manchmal denke ich: das kann doch nicht sein. Jedes mal so nah dran, jedes mal als Verlierer vom Platz schleichen. Aber kleiner Trost und philosophischer Ausklang: wir sind nicht die einzigen. Sisyphos ist ein Held der griechischen Mythologie. Es soll ihm gelungen sein, den Tod zu fesseln. Damit machte er dem Töten ein Ende, so lange, bis Ares, der Gott des Krieges, den Tod befreite und ihm Sisyphos auslieferte. Doch dieser überlistete den Tod ein zweites Mal, und er schaffte es, zur Erde zurückzukehren. Er musste zur Strafe für seine Verschlagenheit in der Unterwelt einen Stein einen steilen Berg hochwälzen. Immer kurz bevor er den Gipfel erreichte, entglitt ihm der Stein, rollte wieder ins Tal und er musste von vorne beginnen. Albert Camus machte aus Sisyphos einen existenzialistischen Helden, einen Rebellen von überlebensgrosser Tragik, denn der Abstieg ins Tal war die Zeit des Bewusstseins und seines persönlichen Triumphs über die Götter. Ich denke oft an Sisyphos, wenn ich nach dem Schlusspfiff das Spielfeld gesenkten Hauptes verlasse.

Tore: 0:1, 0:2, 1:2 (Weber), 2:2 (Weber), 3:2 (Friedli), 3:3, 3:4

Himmelsberg

Saturday, April 25th, 2009

Per Nielsen, unser tapferer Däne, hat mir gestern erzählt, dass es in Dänemark einen Berg gibt, dem die Einheimischen den schönen Namen Himmelsberg verliehen haben, weil er scheinbar bis zum Himmel reicht. Eine interessante Einschätzung. Der Himmelsberg ist 147m hoch.

Stajner bleibt

Saturday, April 25th, 2009

Jiri Stajner hat bei den Roten bis 2011 unterschrieben. Die nächsten beiden Jahre sind gerettet. Champions League Qualifikation nächstes Jahr und Triumph auf europäischer Ebene im übernächsten Jahre damit reine Formsache.

HNK Croatia – HSV Halten: 1-0

Saturday, April 11th, 2009

Der HNC Croatia wurde in der Vorrunde mit 4:0 nach Hause geschickt, also durchaus ein Gegner in Reichweite. Nach der knappen Niederlage im ersten Rückrundenspiel sann der HSV auf Wiedergutmachung. Auf grossem Feld und holprigen Grund entwickelte sich ein seltsames Gekicke: viele Fehlzuspiele, viele Ungenauigkeiten, wenig Spielfluss. Keine der beiden Mannschaften vermochte sich grosse Vorteile zu erarbeiten, wie so oft bekämpfte man sich auf spielerisch tiefem Niveau. Torraumszenen waren rar gesät, und wenn es denn doch welche zu bestaunen gab, zeichnete sich meistens der HSV dafür verantwortlich. In der zweiten Halbzeit ging es in ähnlichem Stil weiter, bis die Gastgeber geschickt einen Konter einleiteten, den der mustergültig eingesetzte Stürmer abgeklärt zum 1:0 verwertete. Die Kroaten, gewiss keine Übermannschaft, suchten ihr Heil in der Verteidigung des knappen Vorsprungs und mit zunehmender Spieldauer im regelmässigen Auswechseln des Spielermaterials. Der HSV bemühte sich zusehens, den Ausgleichstreffer zu erzielen, doch entbehrten die Aktionen weiterhin der nötigen Präzision und so versandeten die bescheidenen Anstrengungen denn auch regelmässig knapp vor dem gegnerischen Strafraum. Die Haltener fanden das gesamte Spiel hindurch nie richtig ihren Tritt und blitzte dann doch mal ein spielerisches Glanzlicht auf, so ging es sofort wieder im weissen Rauschen des Kampffussballs unter. Es fehlte der unbedingte Wille und die Leidenschaft (denn eines grossen kreativen Aufwands hätte es nicht bedurft), diesen Gegner niederzuringen. Man schickte sich in die Niederlage, wie man sich in einen Zahnarzttermin schickt: kurzes Unbehagen, dann Schmerzen, aber was solls, bald ist es vorbei. Trotzdem ist es betrüblich, dass man sich nicht vehementer gegen das drohende Unheil stemmte. Das Spiel endete wie die meisten Begegnungen in letzter Zeit mit einer knappen Niederlage, die aufgrund der blutleeren Darbietung durchaus verdient war.
Humoristischer Höhepunkt des Abends waren die wirren Entscheidungen des Schiedsrichters, die bei beiden Mannschaften zu erheblichen Irritationen führten und in einem unverständlichen und völlig überzogenen Platzverweis gegen den HSV gipfelte.

Tore: 1:0

HSV Halten – FC Selzach: 2-3

Saturday, April 11th, 2009

Dieses Berichtli basiert auf den mündlichen Überlieferungen von Daniel Weber. Man möge mir verzeihen, wenn seine Ausführungen verzerrt darstellt werden.
Der FC Selzach ist ein unangenehmer Gegner, gewonnen hat der HSV in letzter Zeit in dieser Liga selten gegen die Mannen vom Jurasüdfuss, obwohl man immer denkt: so viel besser sind die gar nicht.
Das Spiel begann beschaulich, die ersten zehn Minuten gestalteten sich aus Sicht des HSV durchaus vielversprechend. Dann aber ergriff die Haltener eine seltsame Frühjahrsmüdigkeit. Die Beine wurden schwer und die Laufbereitschaft nahm rapide ab, quasi Standfussball. Die Selzacher, nicht viel besser, aber doch bereit, ein wenig mehr zu rennen, nutzten die Verweigerungshaltung des HSV konsequent aus und erzielten einen Treffer nach dem anderen, drei Stück insgesamt. Kurz vor der Pause besannen sich die Einheimischen dann doch noch der Grundpfeiler des Fussballspiels, liefen wieder mehr und wurden noch vor der Halbzeit mit dem ersten Treffer belohnt: der wieselflinke Nils donnerte den Ball in die Maschen. Der Trainer fand in der Pause deutliche Worte und gab auch gleich die Richtung bekannt: vorne werden die Tore erzielt, also mal eben den Vorwärtsgang einlegen. Damit wurde die grosse Druckphase des HSV eingeläutet. Die Gäste wurden früh attackiert, was sie zu Fehlern zwang und dem HSV Möglichkeiten eröffnete. Und da schlägt dann häufig die Stunde der routinierten Spieler, denn die rennen zwar nicht mehr so schnell und so viel, wissen aber, wo sie hinlaufen müssen, wenn Flanken geschlagen werden. Als Nils eine gefühlvolle Hereingabe in den Strafraum entsendete, stand er bereit, Weber Daniel, das alte Kopfballungeheuer. Der Ball traf seine Stirn und die Stirn wuchtete den Ball mit traumwandlerischer Sicherheit am Torhüter vorbei ins Netz. Nur noch 2:3 und plötzlich erwachte wieder dieses Gefühl im HSV-Kollektiv, das Ruder doch noch herumreissen zu können. Leider kehrte genau in dieser Phase, als man ernsthaft über die Möglichkeit einer Wende nachzusinnen begann, die Müdigkeit unverhofft zurück. Damit war die Druckphase beendet und eine geradezu klassische Fussballsituation bestimmte fortan das Spielgeschehen: die einen können nicht, die anderen wollen nicht. Das blieb so für den Rest der Partie, weshalb der HSV ein weiteres Mal mit einer knappen Niederlage im Gepäck vom Platz schlich.

Tore: 0:1, 0:2, 0:3, 1:3 (Nils), 2:3 (Kopfball-Weber)

1 + 1 = 10

Sunday, April 5th, 2009

So erkennt man den digitalen Helden (Tim Pritlove in einem seiner lehrreichen Podcasts: CRE 117).