Archive for September, 2008

HSV Halten – FC Grenchen: 8-0

Saturday, September 27th, 2008

Und weiter gehts mit Fussball, quasi englische Woche.

Eieiei, was für eine Begegnung. Nach den Enttäuschungen der letzten Wochen eine echte Wohltat.
Im zweiten von drei aufeinanderfolgenden Heimspielen stand dem HSV ein namhafter Opponent gegenüber: FC Grenchen, Cupsieger 1959 und fünfmaliger Vizeschweizermeister. Diese Erfolge liegen allerdings schon einige Jahrzehnte zurück und die aktuelle 5.Liga-Truppe scheint nicht gewillt zu sein, sich in die ruhmreiche Geschichte des Clubs einzureihen, schliesslich haben sie es geschafft, in der Tabelle hinter den HSV zurückzufallen, was wahrlich nicht vielen anderen Teams gelungen ist.
Die Haltener durch Heimvorteil und bessere Platzierung also leicht favorisiert. Dessen bewusst, gingen sie mutig und unerschrocken in die Partie, die mit 15-minütiger Verspätung angepfiffen wurde, nachdem einige Gäste Halten in der Nähe von Olten verordet hatten und das Reiseziel zunächst knapp verfehlten. Das Spiel der Grenchner war denn auch von leichter Desorientierung geprägt. Der HSV trat selbstbewusst auf und hielt den Ball in den eigenen Reihen, auf der Suche nach der in den letzten Auseinandersetzungen vermissten Ballsicherung und Ruhe im Spielaufbau. Sie lauerten auf ihre Chance. Die Gäste hingegen wirkten ein wenig fahrig und konfus, wenig lief bei ihnen zusammen. Sie waren stets einen Schritt zu spät, das Abwehrverhalten war dürftig, die Haltener tauchten mit ihren flüssig vorgetragenen Angriffen über die Flanken immer wieder gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Der Lohn für diese Bemühungen liess nicht lange auf sich warten: Weber eröffnete nach wenigen Minuten aus einem Getümmel im Strafraum den Torreigen. Die Spielanlage der Grenchner blieb chaotisch und unberechenbar, der Trainer untermauerte diese Strategie, indem er ein reges Rotationsprinzip pflegte: alle 15 Minuten wechselte er Spieler aus und wieder ein. An der unkonventionellen bis unbeholfenen Spielweise seiner Mannschaft konnte dies nichts ändern. Der HSV agierte souverän, blieb am Drücker, liess Ball und Gegner laufen und erzielte in regelmässigen Abständen sehenswerte Tore. Besonders hervorzuheben gilt es den stramme und dennoch platzierten Flachschuss aus halbrechter Position von Aussenverteidiger Stampfli, dem nach eigenen Angaben alle sieben Jahre ein Treffer gelingt. Es folgten vor der Pause noch die Torerfolge drei und vier durch den überragenden Spielführer Friedli.
Die zahlreichen, von weit her angereisten Fans, waren hochzufrieden ob der ungewohnt attraktiven Darbietung. Die Spieler waren es auch.
Die zweite Halbzeit war ein Abbild der ersten. Die Haltener kontrollierten das Spiel und liessen die Grenchner nicht zur Entfaltung kommen. Sie fingen die Angriffe der Gegenseite früh ab und stürmten nach einem Ballgewinn auf direktem Weg zum gegnerischen Tor. Den Grenchnern gelang weiterhin wenig, sie spielten konzeptfrei und wirkten zunehmend genervt. Die HSV-Tormaschinerie lief auf Hochtouren: es folgten die Treffer fünf (Schweingruber), sechs (Roth) und sieben (wieder Friedli), eines schöner als das andere.
Eine Viertelstunde vor Schluss markierte Weber, der schon das erste Tor erzielt hatte, den achten und zugleich letzten Treffer der Partie. Damit schloss sich ein Kreis, so rund wie die Erde selbst.
Der HSV zeigte eine ansprechende Leistung gegen einen inferioren Gegner und siegte ungefährdet und auch in dieser Höhe verdient. Es bleibt zu hoffen, dass der Schwung aus diesem Spiel in die kommenden Begegnungen hinüber gerettet werden kann.

Tore:
1:0 (Weber)
2:0 (Stampfli)
3:0 (Friedli)
4:0 (Friedli)
5:0 (Schweingruber)
6:0 (Roth)
7:0 (Friedli)
8:0 (Weber)

HSV Halten – FC Lommiswil: 1-2

Friday, September 26th, 2008

Und schon wieder ein Mätschbrichtli. Diesmal wars echt knapp, obwohl der Gegner den beachtlichen 2. Platz belegt (leider nach diesem Spiel immer noch).

Wenige Tage nach dem ungleichen Duell gegen den übermächtigen Spitzenreiter machte die zweitplatzierte Mannschaft aus Lommiswil dem HSV seine Aufwartung. Ebenfalls ungeschlagen, aber nicht verlustpunktlos. Trotzdem: die Zeichen standen auf Sturm. Wollten die Haltener bestehen, musste die zu erwartende spielerische Überlegenheit der Gäste mit Einsatzwille und Kampfkraft aufgewogen werden.
Es entwickelte sich von Beginn weg ein lebhaftes Spiel mit zaghaften Angriffsversuchen auf beiden Seiten. Der HSV zeigte sich gegenüber dem letzten Auftritt im Spielaufbau stark verbessert, man fand mehr Zeit, den Ball zu kontrollieren und an einen Mitspieler weiter zu leiten. Das Zweikampfverhalten hingegen war bisweilen mangelhaft: die Haltener liessen ihren Gegenspielern viel Raum, was diesen ermöglichte, ihr kreatives Potenzial zu entfalten und ihre Offensivbemühungen voranzutreiben. Die Gäste versuchten, Ordnung ins Spiel zu bringen, dem dumpfen Gebolze eine Struktur zu verleihen, was ihnen zunächst aber nicht wunschgemäss gelang. Vielen Aktionen fehlte die nötige Präzision. Mit zunehmender Spieldauer aber wurde die Überlegenheit der Lommiswiler augenscheinlich. Die Angriffe begannen sich zu konkretisieren, was sich in zwei Treffern manifestierte, denen der Schiedsrichter allerdings die Anerkennung verwehrte; der erste aufgrund einer Offsideposition, dem zweiten ging ein Foulspiel des Angreifers voraus. Damit schienen die Haltener gewarnt, ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit hat manchmal eine heilsame Wirkung, doch wie sich schon bald zeigen sollte, schenkte die Heimmannschaft den vermeintlichen Gegentreffern wenig Beachtung. In der Abwehr schlichen sich einige Unkonzentriertheiten und Fehler ein, was im fahrlässigen Übersehen eines gegnerischen Angreifers vor dem Strafraum gipfelte, der sich nicht zwei mal bitten liess und vor den heranstürmenden Verteidigern am Torhüter vorbei einschob. Danach schien der Torhunger der Gäste fürs erste gestillt zu sein. Das Spiel verflachte zusehens und verlor sich in wenig erbaulichem Mittelfeldgekicke. Die Lommiswiler führten zwar die technisch feinere Klinge, doch wussten sie diese Vorteile nicht in Tore umzumünzen. Die physische Spielweise der Haltener schien ihnen Probleme zu bereiten.
Der Charakter der Partie änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht, man war gefangen in einer klassischen Spielsituation: die einen wollten nicht, die anderen konnten nicht. Gelegentlich unternahmen die Gäste vielversprechende Vorstösse, doch der vorentscheidende Treffer zum 0:2 wollte ihnen nicht gelingen. Dem HSV seinerseits fehlten schlicht die spielerischen Mittel, um das Ruder herumzureissen und den trägen Kahn in ruhigere Gewässer zu lenken. Aber alte Fussballweisheit: Freistösse immer gut, auch wenn ansonsten wenig zusammenläuft. Und so legte sich HSV-Meisterschütze Roger zehn Minuten vor Spielende den Ball zurecht, um ihn alsdann an Freund und Feind vorbei unter die Latte zu zirkeln. Die HSV-Anhänger jubelten sich heiser, das Volk ausser Rand und Band, die Freude unter Spielern und Zuschauern kannte keine Grenzen.
Der FC Lommiswil verstärkte umgehend seine Offensivbemühungen, warf einen Grossteil der Mannschaft nach vorne und drängte vehement auf den erneuten Führungstreffer.
Ich wünschte, dass ich von einem Happy End berichten könnte, dass die Haltener den Angriffswellen der Gäste widerstanden und dann mit einem schnellen Konter den Favoriten besiegten. Doch wie das Leben, so ist auch der Fussball bisweilen grausam und unnachgiebig. In diesem Fall materialisierte sich das Unglück in Gestalt des gegnerischen Captains, der einen präzise getretenen Freistoss mit dem Kopf gekonnt ins Tor lenkte. Einen Menschenjubelhaufen wie nach diesem Treffer hat die Welt schon lange nicht mehr gesehen.
Der HSV vermochte nicht mehr zu reagieren und musste den Platz erneut als Verlierer verlassen. Ein Punkt wäre den unermüdlich Kämpfenden zu gönnen gewesen. Gewiss, der Gegner war stärker, aber die Haltener verteidigten sich verbissen und nutzten eine der wenigen Chancen, die ihnen die Lommiswiler zugestanden. Mit dem zweiten Gegentreffer wurde das Heimteam eines kleinen Traumes beraubt, doch wurde zugleich klar, dass in dieser Gruppe (abgesehen von CIS Solettese) jedem Gegner zumindest ein Unentschieden abzuringen ist. Das ist die versöhnliche Erkenntnis dieses Abends.

Tore: 0:1, 1:1 (Roger), 1:2

CIS Solettese – HSV Halten: 5-1

Saturday, September 20th, 2008

Ich darf jetzt auch pathetische, leicht überhöhte 5.Liga-Mätschbrichtli für die HSV Halten Homepage verfassen, von Spielen, die ich selber bestritten habe. Die erste Episode beschreibt die Partie letzte Woche. Ich kann mich nicht erinnern, jemals von einer gegnerischen Mannschaft derart dominiert worden zu sein (auch wenn das da nicht so steht). Aber wir haben uns teuer verkauft.

An einem bitterkalten Spätsommerabend standen sich auf schwer bespielbarem Terrain in Solothurn der unangefochtene Tabellenführer CIS Solettese und die wackeren Mannen aus Halten gegenüber.
Der spielstarke Gastgeber bestimmte von Beginn weg das Geschehen auf dem Platz, doch die ungestümen Angriffe wurden von der unerschrockenen Haltener Hintermannschaft geschickt abgewehrt, wobei dem HSV auch das Glück bisweilen zu Hilfe eilte. CIS Solettese erhöhte den Druck kontinuierlich, während der HSV die hart erkämpften Bälle zumeist planlos in die gegnerische Hälfte zurückschlug. Mit zunehmender Spieldauer operierte die CIS-Kreativabteilung vermehrt mit langen Bällen in die Spitze, die durchaus gefährlich waren, vom Haltener Defensivverbund aber zuverlässig neutralisiert werden konnten. Nach einer halben Stunde fand der HSV besser ins Spiel, die Bälle wurden nicht mehr ausschliesslich nach vorne gedrescht, Ansätze eines gepflegten Kombinationsspiels wurden erkennbar, die Spieler fassten langsam Vertrauen.
Dann aber: aus einer unübersichtlichen Spielsituation heraus zerschlug CIS die aufkeimenden Hoffnungen der Haltener mit dem ersten Treffer der Partie, dem wenige Minuten später in Gestalt eines heimtückischen Flatterballs ein zweiter folgte. Nach der Pause plätscherte das Spiel vor sich hin, bis der HSV-Topskorer Weber mit seinem linken Zauberfuss den Ball unweit des gegnerischen Strafraums aufnahm und mit einem wunderschönen Schuss aus der Drehung ins Tor hämmerte. Die Spieler auf beiden Seiten rieben sich verwundert die Augen und der HSV erkannte: der übermächtige Gegner ist in der Abwehr verwundbar. Alles drängt nach vorne und hinten steht die Tür weit offen. Wieder fassten die Haltener Hoffnung.
CIS antwortete mit wütenden Angriffen, über die Seiten vorgetragen, sehr gefährlich. Doch noch liess die Haltener Defensive keine weiteren Treffer zu.
Ich wünschte, ich könnte von einer Foreman-Ali Nacht berichten, wie damals 1974 in Kinshasa, als der hoch favorisierte George Foreman sieben Runden auf den grossen Muhammad Ali einprügelte, bevor dieser den völlig entkräfteten Foreman am Ende der 8. Runde auf die Bretter schickte. Ich wünschte, es wäre ein Wunder geschehen an jenem Abend in Solothurn, doch Wunder sind scheue Geschöpfe und sie machen uns nicht alle Tage ihre Aufwartung.
So nahm die Geschichte ihren Lauf.
Die spielerisch, technisch und läuferisch überlegenen Platzherren erstickten das zarte Pflänzchen der Zuversicht in der zweiten Halbzeit mit drei weiteren Treffern, doch leisteten die tapferen Haltener bis zuletzt erbitterten Widerstand.
Das ist das Grosse an dieser Truppe: die Spieler rennen weiter, kämpfen leidenschaftlich mit dem Mute der Verzweiflung, auch wenn die Hoffnung die Bühne längst verlassen hat.
Das ist Fussball.

Torfolge: 1:0, 2:0, 2:1 (Weber), 3:1, 4:1, 5:1

Züricher in Hamburg

Tuesday, September 16th, 2008

Das dem Zeit Magazin (37/2008), Laura de Weck beschreibt eine Begegnung mit einem Hamburger Taxifahrer:
V., eine Zürcher Freundin, zu Besuch in Hamburg. Wir fahren Taxi.
Taxifahrer:
Was habt ihr denn für ‘ne Sprache? Kommt ihr aus der Schweiz?
V.: Ja.
Taxifahrer: Und von wo da?
V.: Aus Zürich.
Taxifahrer: Züri. Aha. War ich einmal. Ist scheisse. Da redet kein Mensch mit einem. Und wenn die mal was sagen, entschuldigen die sich danach gleich dafür.
V.: Die Hamburger sind aber auch nicht besonders offen.
Taxifahrer: Soll ich dir mal sagen, was der Unterschied ist: die Züricher reden nicht, weil sie denken, sie würden stören. Aber die Hamburger reden nicht, weil sie nicht gestört werden wollen. Verstehste? Warum sollte ich mit jemandem meine Zeit verquatschen, auf den ich kein Bock habe?
V.: Ja.

Küng liest

Tuesday, September 16th, 2008

Morgen (17.09.2008) in Bern in einer Bar, die den Namen Ono trägt.
Leider bin ich bei einem hochklassigen Fussballspiel engagiert (Solothurn, 5. Liga, Gruppe 2).
Schade, schade, denn ich scheue mich nicht zu sagen: ich mag Max Küngs Kolumnen und Berichte.

Downloading an Entire Web Site with wget

Monday, September 15th, 2008

Muss auch mal sein: Kleiner Tech-Tipp aus dem Linux Journal.

If you ever need to download an entire Web site, perhaps for off-line viewing, wget can do the job — for example:

$ wget \
--recursive \
--no-clobber \
--page-requisites \
--html-extension \
--convert-links \
--restrict-file-names=windows \
--domains website.org \
--no-parent \
www.website.org/tutorials/html/

This command downloads the Web site www.website.org/tutorials/html/.

The options are:

  • --recursive: download the entire Web site.
  • --domains website.org: don’t follow links outside website.org.
  • --no-parent: don’t follow links outside the directory tutorials/html/.
  • --page-requisites: get all the elements that compose the page (images, CSS and so on).
  • --html-extension: save files with the .html extension.
  • --convert-links: convert links so that they work locally, off-line.
  • --restrict-file-names=windows: modify filenames so that they will work in Windows as well.
  • --no-clobber: don’t overwrite any existing files (used in case the download is interrupted and
    resumed).

Karaoke Hero

Saturday, September 6th, 2008

Mein absolutes Vorbild in Sachen Karaoke: Bill Murray in Lost in Translation:

Fix you

Friday, September 5th, 2008

Ich habe vom Film Young@Heart gehört, der fantastisch sein muss. Eine Truppe älterer Menschen, die Songs von zeitgenössischen Bands covern, die sie nicht kennen und dadurch ganz neue Zugänge zu dieser Musik erschliessen.
Sehr beeindruckend: Fred Knittle interpretiert Fix you von Coldplay. Irgendwie spricht das Leben aus diesem Mann.

Das YouTube-Video lässt sich leider nicht einbetten, aber hier ist der Link: http://bit.ly/chKvlG