Amerikansiche Universitäten kennen die Tradition der Last Lecture: ein Professor gestaltet eine Vorlesung, als wäre es die letzte seines Lebens.
Der Visionär und Informatik-Professor Randy Pausch hielt Ende 2007 eine Last Lecture, mit dem Unterschied, dass es tatsächlich seine letzte Vorlesung sein sollte. Pausch ist unheilbar an Krebs erkrankt, hat noch einige Monate zu leben und überaus viel zu sagen. Ein bewegendes, heiteres, tiefgründiges, lebensbejahendes, berührendes Dokument:
Archive for May, 2008
Randy Pausch: Last Lecture
Sunday, May 25th, 2008In the Beginning was the Command Line
Sunday, May 11th, 2008Weiss der Teufel warum, aber heute Nacht konnte ich nicht gut schlafen, was mir überaus selten widerfährt. Mag sein, dass das Restadrenalin vom gestrigen GP mich im Halbschlaf gefangen hielt. Also wälzte ich mich einige Stunden im Bett, bevor ich um 4:30 aufstand und einen Essay von Neil Stephenson (Snow Crash, Cryptonomicon) zu lesen begann, der sich mit den Betriebssystemen Windows, MacOS, Linux und BeOS auseinander setzt. Der Artikel ist, obwohl schon einige Jahre alt, immer noch sehr unterhaltsam.
Stephenson macht keinen Hehl daraus, dass er auf Linux steht (er wendete sich von MacOS ab, nachdem ein grosses File, an dem er wochenlang gearbeitet hatte, plötzlich spurlos verschwunden ist und trotz professioneller Hilfe unauffindbar blieb; verschluckt vom Betriebsystem).
Linux/Unix ist die beste aller Welten, natürlich, leider begegnet ihr die breite Öffentlichkeit noch immer mit einer schwer zu erklärenden Zurückhaltung oder gar Furcht (die Zeiten der nicht funktionierenden Drucker ist definitiv vorbei). Doch wer hinter die Kulissen der Computertechnik blicken will, der wird an Linux nicht vorbeikommen. Die alten Haudegen (mit den Bärten und den zufriedenen Gesichtsausdrücken) wissen, dass sie auf das richtige Pferdchen gesetzt haben, wie folgender Dilbert-Cartoon beweist:

Linux schenkt uns eine Welt des Wissens, quelloffen, ein wahres Paradies, man kann den Source Code lesen, studieren, verbessern, darüber brüten, sich von der Eleganz, Schlichtheit und Mächtigkeit des Systems betören lassen, einfach da sitzen und denken: Wow! Und das alles, es kostet nichts, lediglich die Zeit, die man investiert.
Stephenson hat es in eingängigere Worte gefasst, als ich dies zu tun vermag:
After this kind of thing has happened several times, the hacker understands why Unix is the way it is, and agrees that it wouldn’t be the same any other way. It is this sort of acculturation that gives Unix hackers their confidence in the system, and the attitude of calm, unshakable, annoying superiority captured in the Dilbert cartoon. Windows 95 and MacOS are products, contrived by engineers in the service of specific companies. Unix, by contrast, is not so much a product as it is a painstakingly compiled oral history of the hacker subculture.
Gandhi und Linux
Thursday, May 8th, 2008Nachdem Doc Searls (Blogger und Linux-Enthusiast) begriffen hat, dass in seinem Sony-Fernseher ein Linux-Kernel schlummert, hat er folgendes Gandhi-Zitat aus dem Ärmel geschüttelt:
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Searls denkt, dass wir schon bei der letzten Stufe angelangt sind. Ein gutes Gefühl.
Wie Gott in Frankreich
Thursday, May 8th, 2008Lange habe ich es vor mich hingeschoben, beinahe wollte ich nicht mehr darüber berichten, nicht weil es negativ konnotiert wäre, ganz im Gegenteil, vielleicht wollte ich es einfach für mich behalten, mit niemandem teilen, bisschen egoistische Anwandlungen, ja was glaubst denn du.
Doch Laure ermahnt mich in regelmässigen Abständen, doch einige Zeilen zu tippen über unsere Ferien und so soll es sein.
Letzten Herbst sind Laure und ich nach Frankreich gefahren (na ja, sie fuhr, ich nebendran, schlafend), Eltern, Schwester und Grossmutter besuchen und Reims, Paris, Nizza. Jetzt natürlich: Eltern erstmals begegnet, Nervösität Hilfsausdruck, aber ich versuchte mich ungezwungen zu geben, kommunikativ, trotz meines immer noch bemitleidenswerten Französisch. Das Geheimnis bei den Sprachen ist: man muss sprechen, losplappern, auch wenn in jedem Sätzchen Fehler schlummern, was solls, man muss diese Mauer des Schweigens überwinden und raus ins Tränenmeer der Grammatik. Ging alles unfallfrei über die Bühne, wir mögen uns. Gespräche: geistreich. Essen: herrlich.
Dann weiter nach Paris zu Laures Schwester. Jetzt Paris: Weltstadt. Da können sich andere Weltstadtaspiranten ein grosses Stück abschneiden. Paris: Pulsierend, Grell, Leben, Gestank, Geschäftigkeit, Kultur. Was man in Paris gesehen haben muss: das Grab von Jimmy Morrison und den Basquiat im Centre Pompidou. Eins nach dem anderen. Das glaubst du nicht, aber am Grab von Jimmy Morrison stehen immer noch einige trauernde Fans, Bier trinkend, sinnierend, weinend. Zunächst haben wir die Grabstätte nicht gefunden, aber dann gute Idee: folge den Freaks. Danach im Pompidou meinen ersten Orginal-Basquiat gesehen: Slave Auction aus dem Jahre 1982. 15min vor dem Gemäde gestanden: elektrisierend. Gerne spreche ich hierbei von einem religiösen Erlebnis. Wenn ich malen würde, dann würde ich genau diese Art von Bildern malen. Wenn ich Geld hätte, dann würde ich genau diese Art von Bildern kaufen.
Dann weiter in die Provence zu Laures Grossmutter. 89 Jahre, erfrischend jung und geistig noch immer mächtig am Drücker (Geheimnis: Kreuzworträtsel). Essen wie Gott in Frankreich, Köstlichkeiten werden jeden Tag serviert, wo du denkst: herrlich. Ich habe mich durch das gesamte kulinarische Spektrum diese Landes gegessen und dazu floss der Champagner in Strömen. Jetzt beim Champagner musst du wissen: demi-sec ist besser als brute, weil mehr Zucker. Merk dir das.
Unfassbar heiss im Süden, selbst im September. Wir haben umliegende Städte besucht, wir waren am Strand und haben im Meer gebadet, die Wogen sind auf uns zugerollt, haben uns verschluckt und wütend wieder ausgespuckt. Dabei neues Verb gelernt: se légumer. Soll heissen: sich hinlegen, nichts tun, wahlweise berieseln lassen von sanftem Fernsehgequatsche.
So war das in Frankreich: superbe! Sie wissen zu leben, die Franzosen, selbst jetzt noch, da der Irre an der Macht ist.
Fleisch ist mein Gemüse
Wednesday, May 7th, 2008Ich habe das gleichnamige Buch gelesen (sehr unterhaltsam) und der Titel hat mich dazu bewogen, endlich in die Welt der Fleischzubereitung vorzudringen. So habe ich innerhalb einer Woche drei Fleischgerichte ausprobiert:
- Hähnchencurry
- Schweinefleisch süss-sauer
- Saftgulasch (Königsdisziplin)
Gulaschzubereitung Nerven zehrend, frage nicht, das Rindfleisch hat meine Zeitplanung arg zerrüttet. Die Fleisch-Zwiebel-Masse köchelte stundenlang vor sich hin, doch das Köcheln wollte kein Ende nehmen. Ich bin zwischendurch laufen gegangen, um nach meiner Rückkehr leicht konsterniert festzustellen, dass noch immer kein Ende in Sicht war. Kurz vor meiner Abreise musste ich das Gericht für vollendet erklären; manche Fleischstücke waren zart, andere noch ein wenig zäh (unabhängig von der Grösse), da waren offenbar verschiedene Tiere im Spiel.
Es wurde mir noch am selben Abend glaubhaft versichert, dass das Gulasch gut geschmeckt hat, wobei es anzumerken gilt, dass das Urteil der EsserInnen stets wohlwollend ausfällt.
Literarisch geht es weiter mit Neue Vahr Süd von Sven Regener (Herr Lehmann). Bisschen langweilig zu Beginn, danach nimmt es Fahrt auf, echt unterhaltsam ab Seite 200. Dann aber zurück zu ernsten Themen, Die Wohlgesinnten warten, vorher aber noch Le Horla, um mich vor dem Frankreich-Aufenthalt in zwei Wochen sprachlich auf Niveau zu bringen. Bezweifle aber, dass ich das schaffen werde. Da kann man nicht in 10 Tagen wettmachen, was man in sechs Monaten rumlümmeln vergeben hat. So ist das Leben oder C’est la vie.
Hardy Heron
Tuesday, May 6th, 2008Obwohl es virtuell nicht geklappt hat, habe ich all meinen Mut zusammen genommen und Ubuntus jüngsten Sprössling Hardy Heron physikalisch installiert, nachdem ich (wie vor einiger Zeit beschrieben) seinen Vorvorvorgänger vollständig zerstört habe.
Klappte alles wunderbar, womit ich den gefürchteten Umstieg auf Gentoo abwenden konnte. Vielleicht werde ich die hochgelobte Distribution virtuell zum Leben erwecken, kann nicht schaden, schliesslich wird Reufer nicht müde zu berichten, dass Gentoo die letzte Bastion des wahren Linuxers sei. Das Problem ist nur: ständig dieses emerge und man wird gezwungen zu wissen, was man tut.
Aber neues Ubuntu auch nicht schlecht, sogar der Drucker druckt anstandslos, kaum zu glauben, noch nie erlebt so was. Bleibt nur noch die Webcam, das widerspenstige Biest, aber wird auch irgendwann Bilder speien, früher oder später.