Youth

Youth_Sorrentino

 

Als ich dieses Filmplakat sah, wusste ich: dieser Film muss mit einem Besuch gewürdigt werden. Konnte Laure überzeugen. Jetzt das interessante Ergebnis: sie fand den Film sehr gut, ich eher mittelprächtig. Ich hatte das seltsame Gefühl, dass es ein grosses Werk ist, und trotzdem ist die Botschaft nicht bis zu mir durchgedrungen. Natürlich, Liebe, Tod, Vergänglichkeit, alles wichtige Themen, dazu schöne Bilder aus den Bergen, aber hat mich trotzdem nicht mitgerissen.

Der Kinobesuch liegt Wochen zurück, aber heute lese ich, dass Youth beim Europäischen Filmpreis in allen wichtigen Kategorien abgeräumt hat (Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, etc.).

Der Dialog zur Filmplakat-Szene:

Ballinger (Kane): Who is she?

Mick (Keitel): God.

Lav Diaz

Philippinischer Filmemacher, bekannt für seine langen Werke (4h Minimum), arbeitet (ausschliesslich) mit Laiendarstellern. Sobald er Geld für einen Film erhält, schmeisst er das Drehbuch weg, steht jeden Morgen um 3:00 auf und schreibt die Szenen für den Drehtag. Über Hollywood kann er nur lachen (Profit, keine Ästhetik).

Manchmal kommen Geschäftsleute auf ihn zu, wollen ihm 1 Mio. Dollar geben und verlangen, dass er einen kurzen Film dreht. Sie denken, dass er diese Indie-Filme nur produziert hat, um ans grosse Geld zu kommen und “richtige” Filme zu machen. Eine Beleidigung, aber er lächelt nur.

Trailer zu Norte, the End of History:

Keine Hoffnung, dass dieser Film bei uns gezeigt wird.

Deux jours, une nuit

Ich bin heute mit der Erwartung ins CineABC in Bern gegangen, den besten Film des Jahres zu sehen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Deux jours, une nuit erzählt die Geschichte der Fabrikarbeiterin Sandra, die eine Mehrheit ihrer 16 Arbeitskollegen überzeugen muss, auf eine Prämie von 1000 EUR zu verzichten, damit sie ihren Job nicht verliert, quasi Job oder Prämie wegrationalisiert. Die Dardenne-Regiebrüder haben alles reingepackt in diese 95 Minuten: Verzweiflung, Freundschaft, Angst, Solidarität, Feigheit, Liebe. Und Marion Cotillard in der Hauptrolle ist ganz einfach fantastisch. Man sagt, dass ihre Leistung beim Filmfestival in Cannes 2014 mit einer 15-minütigen Standing Ovation bedacht wurde. Zurecht.

Ich verrate nicht, wie der Film ausgeht, aber die letzten beiden Sätze des Films seien hier wiedergegeben (Sandra spricht zu ihrem Ehemann):

On s’est bien battu ensemble! Je suis heureuse.

Grosses beklemmendes aufrüttelndes berührendes Kino.

The Thin Red Line Wette

Natürlich berichte ich hier nur von Wetten, die ich gewonnen habe.
Folgende kleine Streitfrage begleitet mich und Thom seit einigen Jahre:
Welches ist das letzte Bild im Film The Thin Red Line?
(a) Wegfahrendes Boot, Blick zurück auf die Insel
(b) Helm, auf dem eine Pflanze spriesst
Heute habe ich den DVD-Beweis erbracht: Richtig ist Antwort (b): der allen menschlichen Rotz überdauernden Natur ist die letzte Kameraeinstellung gewidmet. Herrlich.
Leider kann ich mich nicht mehr an den Wetteinsatz erinnern, aber es müssen ganz ungeheure Geldbeträge im Spiel gewesen sein.

p.s.
In einer Rezension des Werkes wurde der wohlwollenden Beurteilung folgender Terrence-Malick-Satz vorangestellt (sinngemäss):

Der eine sieht einen sterbenden Vogel und erblickt nur den alles durchdringenden Schmerz. Der andere sieht denselben Vogel und erkennt Gottes Grösse, das Lächeln dahinter.

Film des Jahres 2008

Ist erst Februar, aber was besseres wird dieses Jahr garantiert nicht mehr kommen:
Into the Wild
Die Lebensgeschichte des Abenteurers und Idealisten Christopher Johnson McCandless, der zwei Jahre durch die Vereinigen Staaten trampte und schliesslich in der Wildnis Alaskas verstarb.
Ein unglaublicher Mensch. Ich habe den Film vor zwei Stunden gesehen und es denkt immer noch in meinem Kopf.
Das ist er:
mccandless