Archive for the ‘Fussball’ Category

Stjarnan v Fylkir

Thursday, August 26th, 2010

Immer wieder lustig: die isländische Mannschaft des Stjarnan F.C. präsentiert den besten Torjubel aller Zeiten.

YB – Tottenham

Tuesday, August 17th, 2010

Heute wird in Bern das Hinspiel anlässlich der Champions League Qualifikation ausgetragen.

Aus dem Tagesanzeiger:

Einen originellen Versuch, YB zu beschreiben, wagt die Fussball-Website goal.com.
Aufgelistet werden «Zehn Dinge, die sie über Young Boys wissen müssen»:

  1. Sie haben ihre besten zwei Spieler aus der vergangenen Saison verloren.
  2. Sie sind seit fast einem Vierteljahrhundert nicht mehr Schweizer Meister geworden.
  3. Sie wurden dreimal nacheinander zweite.
  4. Sie haben es – erneut – vermasselt, am Wochenende zu gewinnen.
  5. Sie haben öfter am Europacup teilgenommen als Tottenham.
  6. Sie wurden zweimal von Engländern trainiert.
  7. Sie spielen 3-4-3.
  8. Man spricht es «e-bay» aus.
  9. Ihr Stadion heisst Stade de Suisse.
  10. Sie gingen 1999 beinahe Konkurs.

Update: YB hat sich wacker geschlagen und das Heimspiel mit 3:2 gewonnen. Nach 30 Minuten führten sie mit 3:0. Es wird schwer werden nächste Woche an der White Hart Lane zu London, aber die Hoffnung lebt.

Die Roten und der grosse Plan

Tuesday, August 17th, 2010

Hannover 96 Fan sein heisst Optimist sein. Heisst leidensfähig sein. Sich nicht unterkriegen lassen, egal wie ausweglos die Lage auch sein mag. Kopf hoch und weiter, irgendwie schaffen wir es immer.
Solcherlei Gedanken gingen mir durch den Kopf, als ich am Samstag Abend via Live-Ticker den Auftritt der Roten beim SV Elversberg in der 1. Runde des DFB-Pokals mitverfolgt habe. Elversberg liegt unweit von Saarbrücken an der französischen Grenze und die Mannschaft spielt in der 4. Liga. Ihre Heimspiele tragen sie im Waldstadion an der Kaiserlinde aus. In Schweizer Verhältnisse übersetzt spielte also ein Super League Club gegen eine 2. Liga Inter Truppe. Profis gegen Amateure.
Nach 120 Minuten stand es immer noch 0:0, nachdem die Roten reihenweise beste Chancen vergeben hatten. Das Elfmeterschiessen allerdings entschied Elversberg mit 5:4 für sich (Mikael Forssell hatte als einziger Schütze nicht verwandelt).
Jetzt höre ich schon wieder den Aufschrei in der Presse, die ersten Untergangsapostel melden sich zu Wort und schreien: Chancenlos! Sicherer Abstiegskandidat! Doch ich sage: Falsch! Das genaue Gegenteil ist der Fall.
Ich habe lange über diese Niederlage nachgedacht und ich bin zu folgendem Schluss gekommen: kein Grund zur Beunruhigung, diese Blamage muss Teil eines grossen Plans sein, den sich Mirko Slomka ausgedacht hat, sprich man will die Konkurrenz in Sicherheit wiegen, denn die anderen denken jetzt natürlich: haha, gegen einen 4.Ligisten ausgeschieden, die putzen wir doch locker weg. Und dann werden die Roten eiskalt zuschlagen, bevor das Gelächter verstummt ist. Wie der angeschossene Löwe, der doppelt so gefährlich ist, obwohl schlechter Vergleich, denn von angeschossen kann bei den Roten überhaupt nicht die Rede sein. Eher wie das gefrässige Krokodil, das im stillen Gewässer liegt, bis eine liebliche Gazelle auftaucht und denkt: Oh, welch ruhiger Fluss, da trinke ich doch schnell einen Schluck Wasser. Aber dann natürlich das Krokodil. Und Feierabend.
Jetzt pass auf: das Krokodil, das sind die Roten. Die Gazelle, das sind alle anderen.
Das ist der grosse Plan. Wenn alle Rädchen ineinander greifen und die hochkomplexe Maschine immer gut geölt wird, dann kann nichts schief gehen.
Das Buffet wird nächsten Samstag eröffnet. Eintracht Frankfurt steht auf der Speisekarte.

WM: this is the end

Friday, June 25th, 2010

Oje, ausgeschieden. Völlig zurecht. Wer Honduras nicht besiegen kann, hat es nicht verdient, ins Achtelfinal einzuziehen. Und hört mir auf mit der roten Karte. Sie hatten auch gegen Chile ihre Chance, aber haben sie nicht genutzt. So einfach ist das.
Schön wars trotzdem, zumindest gegen Spanien.
Nun denn, Weltmeister in vier Jahren!

Ciao Jürgen

Saturday, May 15th, 2010

Eigentlich sollte dieser Eintrag einem freudigen Ereignis gewidmet sein: Hannover 96 hat den Ligaerhalt mit einem 3:0 Auswärtserfolg in Bochum gesichert. Die gesamte Rückrunde immer nahe am Abgrund, aber dann, wo du schon gedacht hast, das wird nichts mehr, war es plötzlich da: das rote Ballett. Man sagt: in der grössten Not zeigt sich der wahre Charakter einer Mannschaft. Im Falle von Hannover 96 bedeutet das: 2 Spiele, 6 Punkte, 9:1 Tore.
Heute nun erreichte mich folgende SMS von Holger:

Nein…! Jürgen velässt 96. Was sollen wir denn noch verkraften dieses jahr.

Im Klartext: Jiri Stajner (zu deutsch: Jürgen Steiner) wird Hannover 96 verlassen. Auf seinen eigenen Wunsch hin wird der Vertrag aufgelöst, der noch bis 2011 laufen sollte. Jürgen lässt seine grossartige Karriere beim tschechischen Erstligisten Slovan Liberec ausklingen. Das ist natürlich ein grosser Schock für uns alle, denn unsere grobe Planung für die nächsten beiden Jahre (2011: Deutscher Meister und Pokalsieger, 2012: Champions League Sieger) könnte damit über den Haufen geworfen werden. Eines ist sicher: mit Jürgen verlieren wir ein überaus wertvolles und belebendes (und bei den Fans ein wenig polarisierendes) Element dieser Mannschaft. Wobei ich die Anhänger der Roten nie verstanden habe, die harsche Kritik an Jürgens Spielweise geübt haben, sobald mal ein Hackentrick misslang (meistens wurde er ohnehin gefault, denn niemand konnte ihn mit fairen Mitteln stoppen). Es ist nun mal so: wer sich so nahe am Grat zwischen Genie und Wahnsinn bewegt, der muss leider damit rechnen, dass es Leute gibt, die das Genie hinter dem Wahnsinn nicht entdecken.
Jürgen stand acht Jahre für die Roten im Einsatz und erzielte in 229 Ligaspielen 42 Tore. Unvergessen sein Treffer zum 2:2 in der Nachspielzeit gegen Borussia Mönchengladbach im Mai 2003, der den Roten den Klassenerhalt sicherte.
Einen wie ihn wird es keinen mehr geben. Und doch muss es weiter gehen, immer weiter.
Wir werden dich und deine Hackentricks vermissen.
Danke Jiri.

Die Seele des Fussballs

Thursday, May 6th, 2010

Geklaut von SPIEGEL Online:

Für sie [die Fans des FC St.Pauli] ist ein Fußballspiel kein Event, sie wollen einfach nur ihr Team nach vorn grölen, dabei Bier trinken, und in der Halbzeit gibt’s eine Wurst.

Recht haben sie. Genau darum geht es beim Fussball gucken im Stadion.

Baker Miller Pink

Sunday, February 14th, 2010

Heute einen interessanten Artikel im Magazin gelesen. In der Haftanstalt in Pfäffikon gibt es eine Zelle, deren Boden, Decke und Wände pink gestrichen sind. Aggressive Häftlinge werden darin eingesperrt. Dann kehrt Ruhe ein. Alle Wut verfliegt.
Basiert auf Erkenntnissen des Wissenschaftlers Alexander Schauss. Er beobachtete, dass sich randalierende Gefängnisinsassen beim Anblick der Farbe Pink innert einer Viertelstunde beruhigen. Daraufhin komponierte er eine Farbe mit dem Namen Baker Miller Pink. Die Eintrittszelle eines amerikanischen Knasts wurde mit dieser Farbe gestrichen. Der Erfolg war überwältigend: keiner der Inhaftierten liess sich zu einer Aggression hinreissen.
Jetzt pass auf: 1998 pinselte das Fussballteam der Universität von Iowa die Umkleidekabinen ihrer Gegner rosa. Die Wirkung muss frappant gewesen sein: Kurz darauf erliess die Western Athletic Associaton ein Gesetz mit der Vorschrift, in Sportanlagen müssten alle Umkleidekabinen im gleichen Farbton gestrichen sein.
Ende März beginnt die Rückrunde mit dem HSV. Momentan stehen wir auf dem letzten Platz. Wir sollten uns ernsthaft die Frage stellen, ob die Umkleidekabine der Gegner nicht neu gestrichen werden sollte.

Am Bruchweg

Sunday, January 31st, 2010

Es war bitterkalt am letzten Samstag, als ich mich mit Laure und Holger guten Mutes auf den Weg machte nach Mainz, Stadion am Bruchweg, wo wir die Roten (=Hannover 96) nach verpatzem Rückrundenstart siegen sehen wollten. Spiel eins nach der Entlassung von Trainer Bergmann. Mirko Slomka soll der verunsicherten Mannschaft nun neues Leben einhauchen. Nach dem tragischen Tod Robert Enkes lief nicht mehr viel zusammen bei den Roten, sieben Spiele ohne Sieg, auf Platz 16 abgerutscht, der zur Teilnahme an den Relegationsspielen gegen den dritteplatzierten Zweitligisten berechtigen würde. Gilt es zu vermeiden, weil Zitterpartie. Immerhin haben uns die Roten noch bei jedem Auswärtsspiel, das wir besucht haben, mit mindestens einem Punkt beschenkt: 1:2 Auswärtssieg in Stuttgart und 2:2 in Hoffenheim.
Das Stadion am Bruchweg ist nicht gerade eben ein Schmuckstück, eher Zweckbau, bisschen hingebastelt, aber gemütlich, liegt mitten in der Stadt, ungefähr 22000 Fans passen rein, deren 20000 waren an jenem Nachmittag im Stadion, darunter wir und einige hundert Hannoveraner. Vor dem Anpfiff noch kurz zum Bahnhof spaziert, um Holgers Gepäck in ein Schliessfach zu sperren, damit er nach Spielschluss leichtfüssig den Zug in den Norden erreicht.
Wir entschieden uns für Stehplätze, was eine gute Sache ist, denn damit befanden wir uns inmitten der Schreihälse und Mitgröler, wo das Leben und die Leidenschaft tobt. Das Problem im Stehplatzsektor sind nicht die angetrunkenen, ewig unzufriedenen Fans, die ihren Unmut in kurz knappe Sätze packen und auf das Spielfeld schleudern, sondern die Anhänger, die in der ersten Reihe ihre riesigen Fahnen schwenken und damit allen übrigen Zuschauern die Sicht nehmen. Wodurch wir prompt den ersten Angriff der Mainzer verpassten, der auch gleich in ein Gegentor mündete. Stimmung im Gäste-Sektor danach kurz auf dem Tiefpunkt, also rückte Holger aus, um Bier zu besorgen. Die Situation auf dem Spielfeld stabilierte sich ein wenig, die Roten steigerten sich minimal, ohne sich allerdings zwingende Torchancen zu erarbeiten. Auch vom grossen Jiri Stajner war nicht viel zu sehen, bekam keine Bälle.
Zur Pause nochmals Bier holen, aber man konnte so viel Bier trinken wie man wollte, das Spiel verharrte auf tiefem Niveau: Die Mainzer machten hinten dicht und die Roten fanden kein Mittel, das Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Und so geschah auch die gesamte zweite Halbzeit über genau nichts. Die Mainzer gewannen dank ihres frühen Treffers mit 1:0 und die Roten erspielten sich während der gesamten 90 Minuten nicht eine einzige Torchance.
Die H96-Anhänger waren nach dem Schlusspfiff entsprechend verärgert und erzürnt, sie schrien “Wir haben die Schnauze voll” und sonst noch so einiges, das hier nicht niedergeschrieben werden soll. Die Spieler entschwanden rasch in die Katakomben. Wir verliessen den Mainzer Bruchweg enttäuscht und durchfroren. Sieht momentan besorgniserregend aus. Wenn das so weiter geht, dann oleole 2. Liga.

U-17 Weltmeister

Sunday, November 15th, 2009

So dicht können Freud und Leid beieinander liegen: In Hannover wird Robert Enke zu Grabe getragen, am selben Tag wird die Schweiz in Abuja U-17 Fussball-Weltmeister.
Sie waren technisch unterlegen, aber sie haben gekämpft und alles in die Waagschale geworfen, was sie zu geben im Stande waren. Und sie hatten das Glück des Tüchtigen. Deshalb wurden sie Weltmeister.
Hier alle Torschützen in chronologischer Reihenfolge (insbesondere für unsere Freunde von der SVP; denkt mal darüber nach):

Pajtim KASAMI
Haris SEFEROVIC
Haris SEFEROVIC
Granit XHAKA
Ricardo RODRIGUEZ
Nassim BEN KHALIFA
Ricardo RODRIGUEZ
Haris SEFEROVIC
Andre GONCALVES
Nassim BEN KHALIFA
Nassim BEN KHALIFA
Oliver BUFF
Nassim BEN KHALIFA
Haris SEFEROVIC
Bruno MARTIGNONI
Ricardo RODRIGUEZ
Haris SEFEROVIC

Es lebe die Integration.

HSV Halten – FC Biberist: 0 – 2

Tuesday, November 3rd, 2009

Das letzte Spiel der Vorrunde bestritt der HSV gegen die Spitzenmannschaft aus Biberist. Aus gut unterrichteter Quelle war zu erfahren, dass die Gäste wegen Personalmangels ihre Junioren A Mannschaft aufgelöst und die verbleibenden Spieler in die 5. Liga verfrachtet hatten. Die meisten Spieler waren denn auch blutjung, technisch beschlagen und schnell wie der Wind. Der HSV seinerseits setzte der Jugendlichkeit die Erfahrung von vier kampferprobten Senioren entgegen, die sich verdankenswerterweise bereit erklärten, den latenten Personalmangel in der 2. Mannschaft zu mildern. Nach dem katastrophalen Ergebnis der letzten Begegnung wollte man sich erhobnenen Hauptes und mit einer ansprechenden Leistung in den Winterschlaf verabschieden.
Wie erwartet verfügten die Gäste bald schon über mehr Spielanteile, doch sie schienen Mühe zu bekunden mit der aufsässigen Spielweise der Haltener. Die Einheimischen hielten wacker dagegen, liessen sich nicht beirren, störten den Gegner ungewohnt früh und nachdrücklich, wodurch das Spiel überraschend ausgeglichenen verlief. Dieses Zustandes erfreute man sich beinahe eine halbe Stunde lang, bevor eine kurze Phase der Unachtsamkeit den Gästen zwei Tore ermöglichte. Das Resultat zur Pause war angesichts der Biberister Überlegenheit nicht unverdient, doch hätten die Haltener mit ein wenig mehr Wettkampfglück eine ihrer Konterattacken durchaus in einen Treffer verwandeln können.
Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: der HSV liess sich durch den Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und spielte munter weiter. Der FC Biberist verwaltete gekonnt den knappen Vorsprung, dominierte weiterhin und vergab einige hochkarätige Chancen, während der HSV vornehmlich mit Abwehrarbeit beschäftigt war. Wie schon in der ersten Halbzeit lancierten die Einheimischen ab und an einen brandgefährlichen Konter, die aber allesamt nicht genutzt werden konnten.
So entliess der HSV seine Fans trotz der Niederlage mit einer mutigen engagierten Leistung in die frostige Nacht. Als man sich nach der umkämpften Partie die Hände schüttelte, war der FC Biberist auf den ersten Tabellenplatz vorgerückt und der HSV auf den letzten Rang abgerutscht. Aber das wusste zu dem Zeitpunkt noch niemand. Und hätte man einem neutralen Beobachter erklärt, dass hier soeben die erfolgreichste gegen die erfolgloseste Mannschaft der Vorrunde gespielt hat, er hätte es nicht geglaubt. Das muss der Hoffnung genug sein.

Tore: 0:1, 0:2