Dank AI zum bedingungslosen Grundeinkommen

Seit eine vielzitierte Studie aus Oxford, derzufolge in den kommenden Jahren weltweit Millionen Jobs an Roboter und AI-Software verloren gehen werden, in Journalistenkreisen die Runde machte, ist eine wahre Artikelflut über uns hereingebrochen.

Es ist unbestritten, dass viele einfache Tätigkeiten von Robotern oder intelligenter Software übernommen werden. Aber hey, damit bleibt mehr Zeit für kreative Arbeit. Oder noch besser: weniger Arbeit. Keine Angst, es werden auch völlig neue Berufsfelder entstehen, aber nicht für uns, sondern für die, die nach uns kommen werden.

Interessanter Nebeneffekt: angesichts der AI-Bedrohung kommen plötzlich alle mit der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens um die Ecke. Selbstredend bin ich ein grosser Verfechter dieses Vorschlags, und wir werden 2016 sogar darüber abstimmen dürfen, aber ich befürchte, dass die Initianten 10 Jahre zu früh dran sind. Die Leute sind noch nicht so weit.

Macht nichts, wenn die Roboter übernommen haben, werden wir die Idee wiedersehen. Grossartige Zeiten stehen uns bevor.

Thompson

Vor zwei Tagen beschrieb ich die fundamentale Wichtigkeit der Einfachheit in der Informatik und berichtete, dass die Programmiersprache C++ diesem Ideal leider in  keiner Art gerecht wird. Heute nun las ich ein Interview mit Ken Thompson (Miterfinder von UNIX, einer der feinsten Programmierer aller Zeiten), der auf C++ angesprochen folgende Aussage macht:

It certainly has its good points. But by and large I think it’s a bad language. It does a lot of things half well and it’s just a garbage heap of ideas that are mutually exclusive. Everybody I know, whether it’s personal or corporate, selects a subset and these subsets are different. So it’s not a good language to transport an algorithm—to say, “I wrote it; here, take it.” It’s way too big, way too complex. And it’s obviously built by a committee. Stroustrup campaigned for years and years and years, way beyond any sort of technical contributions he made to the language, to get it adopted and used. And he sort of ran all the standards committees with a whip and a chair. And he said “no” to no one. He put every feature in that language that ever existed. It wasn’t cleanly designed—it was just the union of everything that came along. And I think it suffered drastically from that.

Stammt aus dem Buch Coders at Work und es ist bestimmt illegal, dies hier abzudrucken, aber ich warte mal ab, was geschieht.

Ganz abgesehen davon stimme ich Thompson zu. Zugegeben, nicht sehr mutig, auf den Schultern eines Riesen stehend Steine zu schmeissen. Aber ich nehme alles mit.

 

13/13

Ich sass im Zug von Zürich nach Nyon, als der FC Sion im seinem 13. Cupfinal seinen 13. Sieg errang. Aufgrund meines beschränkten Mobil-Abos musste ich auf die Liveübertragung verzichten und verfolgte das Spiel auf einem forciert-lustigen Liveticker, immerhin wurden die Tore als GIF-Animationen nachgereicht. Was soll ich sagen: der Cup ist nun mal unser Ding, da kann antreten, wer will. Schweizer Meister, Rekordmeister, Weltmeister, egal.

Wie lässt sich diese unfassbare Serie erklären? Wichtige Hinweise liefert El Presidente CC:

Wer am Meer aufwächst und nur schönes Wetter kennt, dem fällt vieles leichter als uns. Wir aber haben Berge, Täler, die Natur meint es nicht nur gut mit uns. Wir müssen mehr kämpfen als andere.

So muss es sein. Wenn wir schon mal heruntersteigen von den Bergen und nach Bern fahren oder Basel zum Cupfinal, dann kämpfen wir diese verwöhnten Strandkicker nieder. Da hat der Papa schon recht.

Züri Marathon

Mein Verhältnis zur schönen Stadt Zürich war schon immer schwierig. Das hätte ich mir vergegenwärtigen sollen, als ich mich entschloss, den Zürich Marathon zu bestreiten.

Rein sportlich ist es gut gelaufen (3:27:29), aber die Tatsache, dass das linke Knie auf der leicht geneigten Seestrasse permanent stärker belastet wird, hat dazu geführt, dass die Knieschmerzen (Folge der Überbelastung) auch fünf Wochen nach dem Wettkampf einen Wiedereinstieg ins Lauftraining verunmöglichen.

Jetzt sagst du natürlich: schlecht vorbereitet. Ganz im Gegenteil: fünf 30+km Läufe absolviert, in bester Verfassung angetreten, trotzdem im Adrenalinrausch ins Verderben gelaufen.

Ich hätte es besser wissen müssen. Zürich und ich, das hat noch nie geklappt.

Deleuze

Weder zur Furcht noch zur Hoffnung besteht Grund, sondern nur dazu neue Waffen zu suchen.

— Gilles Deleuze

In letzter Zeit häufig mit Zitaten unterwegs. Zu faul, um selber nachzudenken. Einfach Copy-and-Paste, auch gut.

Hier also das nächste Zitat, aber interessant: Laure vorgelesen. Autor erwähnt, weil Franzose, ja was glaubst du denn. Und dann schliessen sich Kreise, wo du gar keine Kreise vermutet hast, pass auf: Laures Vater hat bei Deleuze studiert. Im Frankreich der 60er Jahre, Aufruhr Hilfsausdruck. So kommt Deleuze nicht bloss durch die Vorder-, sondern auch durch die Hintertür rein in meinen Kopf.

gilles-deleuze